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Kultusminister soll Windpark verhindern

Gegen die Windräder, die auf dem Gau hochgezogen werden sollen, laufen die Mitglieder des Vereins „Steine an der Grenze“ Sturm. Ihre Angst: Die gigantischen Anlagen machen die künstlerische Arbeit von Jahren zunichte. Unmittelbar an der deutschfranzösischen Grenze, bei Silwingen, Büdingen und Wellingen, sollen vier Windräder hochgezogen werden. Ihre Gesamthöhe: rund 200 Meter. Zudem plant ein deutscher Investor auf der anderen Seite der Grenze, nahe Waldwisse, den Bau von neun weiteren Windrädern mit einer Höhe zwischen 130 und 150 Metern. In ihrer Not haben sich Professor Alfred Diwersy, Vorsitzender des Vereins „Steine an der Grenze“, und Jürgen Schreier, ehemaliger Kultusminister und Mitorganisator des Vereins, an Regierungsmitglied Ulrich Commerçon gewandet. „Wir appellieren an Ihre Verantwortung als Kultusminister, die Skulpturen der Bildhauer zu schützen und so das Bildhauersymposion zu retten“, lautet ihre Bitte in einer Resolution, die sie dem SPD-Politiker dieser Tage überreicht haben.

 Die Steinskulpturen haben die Menschen nach Darstellung von Diwersy und Schreier über die Grenze hinweg zusammengeführt. Die Windanlagen würden, so ihre Befürchtung, neue Barrieren schaffen. Die „enormen Ausmaße sowie die distanzlose Errichtung“ der 13 Anlagen in geballerter Form schaden nach Ansicht beider Wortführer dem international anerkannten Bildhauersymposion, das mit seinen mehr als 30 Skulpturen von Künstlern aus fast 20 Ländern jährlich Tausende von Besuchern anzieht. „Wir wenden uns nicht gegen Windkraft im allgemeinen, sondern lediglich gegen die Standorte der Windräder. Diese sind teils erheblich höher als der Kölner Dom“, heißt es in dem Schreiben weiter. Wird dieser gigantische Windpark auf deutscher und französischer Seite Realität, so wird nach Worten von Diwersy und Schreier nicht nur ein international und künstlerisch hoch angesehenes Mahnmal zerstört.

„Auch eine harmonische Kulturlandschaft, der die Steine ihren unverwechselbaren Charakter geben haben, wird nachhaltig demontiert“ – eine Aussage, die auch Heide Hammes vom Aussiedlerhof bei Büdingen umtreibt. Lärmbelästigung fürchtet die Frau, die in der bislang idyllischen Landschaft Reiterferien und Ferienwohnungen anbietet. Mehr noch: Sie hat Angst vor möglichen gesundheitlichen Schäden und sorgt sich um ihre berufliche Existenz. „Ein Rad wird praktisch vor meine Haustür gestellt – in nur 500 Metern Abstand direkt vor meine Reitund Ferienanlage“, begründet Hammes ihre Angst. Hinzu kommt nach ihren Worten die Belastung durch die französischen Windräder bei „Steine an der Grenze“ und von denen im nahen Waldwisse. Eine weitere Sorge: Mit der Ruhe und Beschaulichkeit, die die Urlauber so schätzen würden, sei es vorbei, wenn der Bau beginne.

„Sowohl beim Aufbau der Anlage als auch später beim Betrieb der Stahlkolosse werden wir und unsere Feriengäste durch Lärm belästigt. “ Mehr noch: Das nächtliche Blinken der Windräder wirkt sich nach ihrer Ansicht sehr negativ auf das Verhalten der Pferde auf der Weide aus, der Schattenwurf auf die Effizienz der Photovoltaikanlage des Hofgutes. Heidi Hammes fühlt sich als Hauptbenachteiligte. „Es kann nicht sein, dass man zu jedem Ortsrand einen vielfach höheren Mindestabstand einhält. Auf mein Unternehmen wird keine Rücksicht genommen.“ Eines weiß die Pensionswirtin schon jetzt ganz genau: „Mit dem Slogan ‚idyllische Lage im Dreiländereck’ werde ich wohl nicht mehr werben können.“
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