A1 Trier Richtung Saarbrücken AS Holz Einfahrt gesperrt, Fahrbahnerneuerung am Tage, Dauer: 16.10.2017 07:36 Uhr bis 19.11.2017 07:36 Uhr, eine Umleitung ist eingerichtet (16.10.2017, 07:39)

A1

Priorität: Dringend

11°C
Saarbrücken
weather-Saarbrücken
11°C
Saarbrücken
weather-Saarbrücken

Kultusministerium: 250 Mitarbeiter ziehen um

Von SZ-Redakteurin Cathrin Elss-Seringhaus

Saarbrücken. Immobilien-Anzeigen muss man interpretieren können. Vor Kurzem hieß es in einer SZ-Anzeige, das Land suche in zentraler Lage in Saarbrücken 9500 Quadratmeter Fläche für 200 Büros. Das Gebäude solle in der zweiten Jahreshälfte 2012 beziehbar sein und für drei bis fünf Jahre zur Verfügung stehen. Was bedeutet: 250 Mitarbeiter räumen 2012 für Jahre das Kultusministerium – und kehren dann wieder an ihren angestammten Sitz zurück. Eben diese Beschlusslage, die das Kabinett nach der Sommerpause bestätigen muss, legen Finanz-Staatssekretär Gerhard Wack (CDU) und Kultus-Staatssekretär Stefan Körner (Grüne) gegenüber der SZ dar. Damit ist die seit Jahren andauernde Hängepartie bei einem der bedeutendsten Denkmäler des Landes zu Ende. Körner erklärt: „Wir geben das Haus nicht in private Hände.“



250.000 Euro hat das Land 2010 in die Notfall-Sicherung des Pingusson-Baus gesteckt, dessen Stahlskelett rostet und dessen Fassade bröckelt. Einsturzgefahr besteht aber laut Wack und Körner nicht. Dies habe ein Gutachten im August 2010 zweifelsfrei festgestellt. Damals war man noch unentschieden, wie man mit der ehemaligen französischen Botschaft, gebaut von 1951-1954, umgehen sollte. Verkauf an einen Investor und Zurückmietung? Folgenutzung durch andere Behörden? Oder gar Abriss und Neubau eines Kultusministeriums an anderer Stelle? Letzteres sei ernsthaft nie in Erwägung gezogen worden, erklärt Körner.  Jedoch kursierten dazu Gerüchte: Eine Sanierung sei zu teuer, sie koste bis zu 30 Millionen Euro. „Das ist keine seriöse Größe“, sagt Wack.

Es gebe noch keine verlässlichen Zahlen. Das Land habe das Architekturbüro Brönjes mit einer detaillierten Baukosten-Ermittlung für eine denkmal- und funktionsgerechte Instandsetzung beauftragt und rechne erst Anfang 2012 mit dem Ergebnis.Bereits 2007 belegte ein bauphysikalisches Gutachten, dass eine Teilsanierung nicht mehr in Frage kommt. Damals geschätzte Kosten für eine Rundum-Inwertsetzung: 17 bis 20 Millionen Euro.

Insofern könnte man heute leicht bei über 30 Millionen landen. Für Wack ist klar: „Was hier ansteht, geht richtig ins Geld“. Die Kostenfrage hänge an der Denkmal- und die an der Energie-Frage, so Wack und Körner. Letzterer führt ins Feld, dass die derzeitige energetische Situation „unhaltbar“ sei. Doch eine Zehn-Zentimeter-Standard-Dämmung sei auf Grund der Fassadengestaltung nicht machbar. „Wir gehen in sehr intensive Gespräche sowohl mit dem Landesdenkmalamt wie auch mit dem Umweltministerium“, sagt Wack. Er hält es nicht für ausgeschlossen, für das Kumi Befreiungen von strengen energetischen Auflagen zu erwirken: „Die reine Lehre ist hier nicht machbar. Die Sanierung muss den Möglichkeiten eines Landes in Haushaltsnotlage angepasst werden.“ Dies gelte auch für den Denkmalschutz, der nicht auf kostenintensiver Handarbeit bestehen dürfe, wenn eine Fertigteil-Montage klar billiger wäre.



Ins Geld geht zudem der Umzug.  Die Mietkosten liegen bei rund einer Million Euro pro Jahr. Man ist mit drei Bewerbern im Gespräch. Namen nennt Wack nicht. Ohne Zweifel zählt aber die Telekom (Niederlassung) dazu.
Zeitgleich machen sich wieder einmal Bürger für die Öffnung des Kumi-Parks stark und haben Bewegung im Kessler-Ministerium erzeugt. Umwelt-Staatssekretär Dieter Grünewald tritt gegenüber der SZ dafür ein, die Denkmal-Sanierung zum Anlass zu nehmen, „größer“ zu denken. Er regt einen „kleinen städtebaulichen Wettbewerb“ zur Neuordnung der Situation zwischen Rohnstraße und Westspange an.
Hat dir dieser Artikel gefallen?
Ja Nein