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Kunden kaufen alte Glühbirnen- Modelle

Wenige Wochen vor dem Ende der mattierten Glühbirnen werden diese in großen Mengen gekauft, solange es noch möglich ist. Die Baumärkte haben darauf reagiert und sich gut mit den gefragten Leuchtmitteln eingedeckt.

Von SZ-Redaktionsmitglied Stefan Regel

Saarbrücken. Der Countdown läuft: Ab dem 1. September soll schrittweise das Ende für die konventionellen Glühbirnen eingeläutet werden. Eine EU-Verordnung sieht aus Umweltschutzgründen den schrittweisen Umstieg auf Energiesparlampen vor. Die Verbraucher sind darüber allerdings wohl noch nicht „alle im Detail informiert“, weiß Josef Biehl, stellvertretender Marktleiter bei Hela in Bous. Trotzdem, oder vielleicht auch gerade deswegen, sind die alten Glühbirnen gefragt wie noch nie.

Zuerst dürfen ab dem 1. September keine 100-Watt- sowie matte Birnen, die die schlechteste Energiebilanz haben, mehr verkauft werden. Dieses Handelsverbot führt dazu, dass in ganz Deutschland die Verbraucher massenhaft die alten Glühbirnen kaufen. Das Saarland bildet hier keine Ausnahme. „Je mehr das Thema in den Medien ist, desto stärker ist die Nachfrage. Marktleiter bestätigen, dass manche die Birnen kartonweise kaufen“, berichtet Henri Weidling, Büroleiter bei Thomas Philipps. Der Sonderpostenmarkt hat vier Filialen im Saarland. Er bestätigt den Mitnahme-Effekt, der dazu führt, dass auch mehr 30- und 60-Watt-Lampen gekauft werden. Weidling sagt: „Für unseren Bereich ist es schon schwer, welche in größeren Mengen zu bekommen.“ Daher haben sich die meisten Baumärkte gut eingedeckt. „Es hat ein bisschen zugenommen, Hamsterkäufe gibt es aber keine“, sagt Thorsten Pabst, Einkaufsreferent der Globus-Baumärkte. Er vermutet aber, dass es vor allem bei mattierten Kerzenlampen zu Hamsterkäufen kommen wird. Die Versorgung der Kunden mit den besagten Leuchtmitteln sei aber noch einige Zeit gewährleistet.

Auch Praktiker hat die Lage vorhergesehen und vorgesorgt. „Wir haben rechtzeitig gut eingekauft“, sagt Pressesprecher Harald Günter. Im Vergleich zum ersten Halbjahr 2008 stieg der Absatz mit matten Birnen und 100-Watt-Birnen 2009 bei Praktiker um 150 bis 180 Prozent. In normalen Haushalten kommen 100-Watt-Birnen kaum vor, in Kronleuchtern, der Außenbeleuchtung, bei Karussells, Museen oder Theatern werden sie aber häufig benutzt. „Bestimmte Lampenarten sind in Sachen Lichtfarbe und Ästhetik nicht von heute auf morgen austauschbar“, weiß Günter. Diese Kritik haben neben dem höheren Anschaffungspreis auch manche Verbraucher. Zudem enthalten Energiesparlampen Quecksilber. Sie dürfen also nicht im Hausmüll, sondern müssen bei speziellen Sammelstellen entsorgt werden. Zerbricht eine solche Birne, muss sie mit Vorsicht behandelt werden.

Besonders lohnen sich die Sparlampen bei Dauerlichtquellen. Die saarländische Verbraucherzentrale hält Hamsterkäufe von Glühbirnen für unsinnig und plädiert für die Stromsparlampen. Zumal diese auch bei Lichtqualität, Design und Aufhellzeit immer besser werden. „Auch bei Energiesparlampen gibt es mittlerweile kleinere Modelle“, weiß Gertrud Truar, Kundenberaterin bei der Verbraucherzentrale. Der Bund für Umwelt- und Naturschutz BUND sieht die Verbraucher verunsichert und hält Hamsterkäufe ebenfalls für unnötig. Übrigens: Experten sehen die Zukunft sowieso bei LED-Lampen. Sie seien energetisch, licht- und umwelttechnisch die beste Wahl, momentan aber noch recht teuer. So wird es wohl noch ein Weilchen dauern, bis den Verbrauchern mit LED-Leuchten ein Licht aufgeht.


Abschied erfolgt nach und nach


Saarbrücken. Ab dem 1. September dürfen in der Europäischen Union keine mattierten und 100-Watt-Birnen mehr hergestellt oder vertrieben werden. Die dann noch im Lager vorhandenen Exemplare dürfen aber alle verkauft werden. Ab 1. September 2010 dürfen keine 75-Watt-Birnen mehr vermarktet werden. Danach sollen in der EU schrittweise auch keine 60- und 30-Watt-Birnen mehr verkauft werden, ehe ab 1. September 2012 nur noch Energiesparlampen über den Tresen gehen sollen. Mit der im Oktober 2008 beschlossenen Verordnung sollen bis zum Jahr 2020 in der EU mehr als 15 Millionen Tonnen Kohlendioxid und so viel Strom, wie ihn elf Millionen Haushalte in einem Jahr verbrauchen, eingespart werden. Allerdings entfallen in einem durchschnittlichen Haushalt nur 1,5 Prozent des Energieverbrauchs auf die Beleuchtung. Bei der Stromrechnung lassen sich nach Berechnungen der Deutschen Energie-Agentur aber sechs Prozent einsparen.

Energiesparlampen, die eine Lebensdauer von rund zehn Jahren haben, kosten im Handel ab vier Euro. Nach etwa 2000 Betriebsstunden hat sich die Anschaffung gelohnt. Bei einer herkömmlichen Glühbirne geht nur fünf Prozent der Energie ins Licht, der Rest verpufft als Wärme. Experten raten zum Kauf von Leuchtkörpern der Energie-Effizienzklassen A und B, Glühbirnen liegen heute zwischen D und G. raps

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