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Kunst- und Musikstudenten begeistern mit audiovisueller Präsentation am Saarbrücker Schloss

Die Installation

Die Installation "Rotationen" am Saarbrücker Schloss.

Das Saarbrücker Schloss brennt. Flammen schlagen aus den Fenstern, Explosionen zerreißen die Stille. Irgendwann stürzt das Gebäude ein und gibt den Blick frei vom Vorplatz auf die nächtliche Stadt. Langsam steigen wir empor und entschweben in den Sternenhimmel. Was sich wie ein fiebriger Traum anhört, ist real erlebt, wenn auch nicht tatsächlich geschehen. Ich komme nach 70 aufregenden Minuten nur langsam zu mir und sitze mit heißen Ohren im Ehrenhof des Schlosses zwischen den Gebäudeflügeln.

Mit zweitausend anderen Menschen habe ich es mir auf dem noch warmen Kopfsteinpflaster gemütlich gemacht. Wir müssen merkwürdig aussehen, denn all die Menschen um mich herum haben Kopfhörer auf. Wir haben dramatische Musik und das dröhnende Donnern des Feuers direkt auf die Ohren bekommen. Es ist Freitagabend und die Hochschule der Bildenden Künste und die Hochschule für Musik haben zu einer Performance der besonderen Art eingeladen. 25 Kunststudierende und Künstler präsentieren 14 Filme und Animationen, HfM-Studenten spielen live Musik dazu.



Als um kurz nach 22 Uhr die Dunkelheit einsetzt, geht es los. Als Prolog hat HfM-Professor Oliver Strauch ein altes Barockstück eines Unbekannten ausgegraben. Andächtig lauschen wir im Dunkel und warten auf die „Erleuchtung“. Dann taucht auf der Fassade ein lineares Muster auf, das an die Maschen eines Strickpullovers erinnert. Langsam löst sich das Gespinst auf, dann wird die Struktur im Eiltempo wieder hergestellt. Dazu Schlagzeugklänge im Rhythmus des Filmes.

Die nächsten Projektionen sind abstrakt, greifen immer wieder die barocke Schloss-Architektur auf und spielen mit ihr, dazu ein perfekt abgestimmter Klangteppich. Mal ist die Musik düster, dann wieder jazzig-beschwingt oder psychedelisch-sphärisch. Die Musik prägt die Atmosphäre, denn nimmt man die Kopfhörer ab, sind die Projektionen plötzlich nur noch halb so schön.

Mit „The Line“ zeigen Amra Causevic und Luis Bildhäuser eine erste gegenständliche Arbeit. Bei ihnen tanzt ein Hip-Hopper über die Fassaden. Gegenständlich ist auch die Arbeit von Rosita Hofmann und Klangkünstler Stefan Zintel. Hofmann wirft im Zeitraffer die Schichtbilder eines MRT-Scans des menschlichen Körpers an die Mauern. Das ist aber kaum erkennbar, die Schwarzweißbilder sind Wolken aus Licht und Schatten. Eine ganz einfache, aber tolle Idee.

Schon länger fällt mir eine junge Frau auf, die hinter mir sitzt und ein bisschen aufgedreht wirkt. Das ist kein Wunder, wie ich später erfahre. Es ist die junge Kunststudentin Adrienne Langner, die nun mit ihrer Arbeit „Der geizige Bäcker“ dran ist. Ihr Film beginnt fröhlich mit Glöckchen und bunten Fenstern. Dann ein krachendes Gewitter, roter Regen rieselt an den Wänden herab. Das Geräusch von Münzen, die in einen Automaten fallen. Die riesige Fratze des geizigen Bäckers erscheint im Hauptportal und speit Blut. Es ist ein düsteres Horrorszenario. Ein Semester lang hat die Studentin im 4. Semester über der Arbeit gebrütet. Es war ihr wichtig, eine Geschichte mit Lokalkolorit zu erzählen, die einen ernsthaften Gedanken in sich trägt: Kampf der Hartherzigkeit!

Während sie sich noch über die gelungene Arbeit freut, taucht das Schloss wieder in ein Farbenmeer und man fühlt sich wie auf einem LSD-Trip. Immer wieder glüht das Schloss in allen Farben. Formen und Pixel tanzen über die Fassade, Linien laufen vertikal und horizontal. Nach 70 Minuten geht die Präsentation mit dem Brand des Schlosses zu Ende. Man hätte diesen Abend kaum besser verbringen können.
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