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Kurios: Platzverweis bei falscher Unterhose

Regionalverband. Das International Football Association Board (IFAB) ist das höchste Gremium, das Regeländerungen im Fußball beschließt. Während die hohen Herren sich bislang noch nicht auf eine Einführung eines Videobeweises oder eines Chips im Ball einigten konnten, haben sie zumindest eine Einigung, was die Wahl der richtigen Unterhosen betrifft, erzielt.

Sollte sich ein Fußballer bei kalter Witterung zum Tragen einer langen Unterhose entscheiden, so hat diese sich nach der Hauptfarbe der Trikothose zu richten. Ansonsten kann der Schiedsrichter dem Spieler die Teilnahme am Spiel verweigern. Gleiches gilt auch für alle anderen Arten von langen Beinkleidern, die unter der Trikothose getragen werden. „Diese Regelungen kommen von oben, und wir müssen sie umsetzen“, erklärt der Vorsitzende des Schiedsrichter-Ausschusses des Saarländischen Fußballverbandes, Heribert Ohlmann. So dürfen also auch auf saarländischen Sportplätzen Liebestöter nur noch getragen werden, wenn sie zum Trikot passen.

Überhaupt nicht mehr getragen werden dürfen, egal in welcher Farbe, Schals oder „Schlauchhauben“, wie das IFAB die Kleidungsstücke nennt. Das Board begründete, dass die Spieler durch diese Schals gewürgt werden könnten. Manchester Uniteds Trainer Alex Ferguson brauchte diesen Grund sowieso nicht: Er sagte: „Echte Männer tragen diese Dinger nicht.“



Frohe Kunde gibt es für Elfmeter-Schützen, die gerne fester gegen den Ball treten. Bringen sie die Kugel nämlich zum Platzen, wird der Strafstoß wiederholt. „Wird der Ball beschädigt oder platzt der Ball beim Strafstoß oder beim Elfmeterschießen, während er sich nach vorne bewegt, und dies geschieht, bevor ein Spieler oder die Querlatte oder ein Torpfosten diesen berührt, so wird dieser Strafstoß wiederholt“, heißt es. Bislang gab es nach geplatzten Bällen Schiedsrichterball, beim Elfmeterschießen galt der Ball als verschossen.

Wenn ein zweiter Ball aufs Spielfeld rollt, muss der Schiedsrichter das Spiel jetzt nicht mehr zwangsläufig unterbrechen. Nur wenn der Ball das Spiel stört, ist das notwendig.

Neben diesen kuriosen Änderungen gibt es auch sinnvolle Ansätze. Beim Verbandstag des Saarländischen Fußballverbandes Anfang Juni wurde beschlossen, das Grätschverbot bei den Alten Herren aufzuheben. Seit Beginn dieser Saison darf wieder gegrätscht werden. „Aus unserer Sicht ist das nicht unbedingt schlecht. Es gab Schwierigkeiten bei der Umsetzung, und auch die Spieler konnten sich nicht so Recht mit dieser Regel anfreunden“, sagt Ohlmann. Wer es mit dem Grätschen aber übertreibt, der wird auch in Zukunft – egal ob bei der AH, den Aktiven oder der Jugend – die Rote Karte sehen.

Bislang war es üblich, dass der Schiedsrichter danach den Spielerpass mitnahm und ihn an den Verband schickte. Dieses System gibt es jetzt nicht mehr. Stattdessen vermerkt der Unparteiische in seinem Spielbericht elektronisch den Platzverweis. Die Vereine werden danach zu einer Stellungnahme per E-Mail aufgefordert. „Dadurch erhoffen wir uns schnellere Bearbeitungszeiten“, sagt Ohlmann. Schneller sollen auch die Schiedsrichter den elektronischen Spielbericht erfassen. Von der Saarland- bis zur Landesliga soll dies – wenn die technischen Möglichkeiten bestehen – direkt nach Spielende im Vereinsheim erfolgen.
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