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Kurzarbeiter drücken die Schulbank

Saarbrücken. Im Saarland wird die Möglichkeit, Mitarbeiter während der Kurzarbeit weiterzubilden „stärker genutzt als in anderen Regionen Deutschlands“. Das sagte der Vorsitzende der Geschäftsführung der der Agentur für Arbeit Saarland, Hans-Hartwig Felsch, gestern anlässlich einer Feierstunde. Bei dieser Ehrung wurden sieben Unternehmen im Rahmen der bundesweiten Aktion „Wir beflügeln Deutschland“ mit dem Siegel „Partner für Weiterbildung 2009“ ausgezeichnet.

Die Qualifizierungsmaßnahmen der prämierten Unternehmen waren breit gefächert. So stellte sich zum Beispiel für den Dialyse-Geräte Hersteller Fresenius Medical Care aus St. Wendel die Aufgabe, „langjährige Mitarbeiter, die bei uns als Ungelernte angefangen haben, mit neuen Fertigungsverfahren vertraut zu machen“, sagte Personalleiterin Svenja Grotzfeld. „Dies umfasste pneumatische und elektrotechnische Grundlagen, die Vorarbeiter wurden in Mitarbeiterführung geschult“, erläuterte sie. Seit 2007 nutze man auch das Programm „Wegebau“. „Wir müssen uns in Sachen Qualität und Produktivität dem weltweiten Vergleich stellen“, sagt sie.

Auch für das St. Wendeler Coiffeur Team Lieb (60 Mitarbeiter, fünf Filialen, 19 Auszubildende) „ist ständige Weiterbildung Pflicht“, sagte Prokurist Christian Kirsch. „Kreativität braucht Training.“ Das Lieb-Team trainiert auch regelmäßig Mitarbeiter anderer Salons. Das Ingenieur-Büro Omnicon Engineering aus Kirkel „hat vor allem Weiterbildungsbedarf bei der CE-Kennzeichnung“, erläutert Geschäftsführer Patrik Becker. Das CE-Verfahren, das Voraussetzung für den europaweiten Verkauf von Produkten ist, „setzt voraus, dass sich unsere Mitarbeiter auf diesem Rechtsgebiet ständig fit halten“.

Auch das Autohaus Dechent (Saarbrücken), das neben der Hauptmarke Opel sechs weitere Automarken unter seinem Dach vereint, „kommt ohne intensive Schulungsprogramme nicht aus“, so Thorsten Voigt, geschäftsführender Gesellschafter, und Service-Leiter Günter Stark. Das beginne bei der Auswahl der Lehrlinge und umfasse strukturierte Entwicklungspläne für die Mitarbeiter.
 
Bei der Beckinger Schraubenfabrik Acument wurden zahlreiche Arbeitnehmer während der Kurzarbeit „zur Industriefachkraft für Maschinen und Anlagen weitergebildet“, erläutert Personalleiterin Elke Folz. Obwohl die Acument-Gruppe derzeit in der Insolvenz arbeitet, „wollen wir mit unserem Qualifizierungs-Programm weitermachen“. Der Mettlacher Versandhändler Lands' End hat 18 Leute aller Altersgruppen zum „Kaufmann im Dialogmarketing“ ausgebildet. „Die Leute sind jetzt ganz anders motiviert“, erläuterte Geschäftsführer Ulrich Kennemann.

Beim Autozulieferer Johnson Controls Headliner (Überherrn) wurde 2008 „eine breit angelegte Weiterbildungsoffensive gestartet, die alle einschließt – die Führungskräfte und die Arbeiter an der Maschine“, sagte Werksleiter Norbert Andresen. Die Module „umfassen Gebiete wie Qualitätsmanagement, Teamarbeit, aber auch Felder wie Prozesstechnik und Instandhaltung“. Trotz Autokrise habe die Firma die Zahl der Auszubildenden von geplanten vier auf sieben erhöht.  Lothar Warscheid 

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