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"Labor der Zukunft" soll Jobs ins Saarland bringen

So sollen die im Saarland hergestellten mobilen Labore aussehen.

So sollen die im Saarland hergestellten mobilen Labore aussehen.

Saarbrücken. Das Saarland soll zum Standort eines ambitionierten Technologieprojektes werden. Wirtschaftsminister Christoph Hartmann (FDP) stellte zusammen mit Professor Holger Zimmermann vom Fraunhofer-Institut für Biomedizinische Technik (IBMT) in St. Ingbert das Projekt „Labor der Zukunft“ vor. Dabei handelt es sich um mobile und multifunktionale Laboreinheiten, die im Saarland entwickelt und hergestellt werden sollen. Das IBMT übernimmt federführend die Entwicklungsarbeit.

Weitere Firmen sind eingeladen, sich anzuschließen

Das Projekt stehe bereits vor der Realisierung. „Die Partner sind zu einem großen Prozentsatz zusammen, die allermeisten kommen aus dem Saarland. Aber weitere Firmen sind eingeladen, sich anzuschließen“, sagt Hartmann. Insgesamt stehen 8,2 Millionen Euro zur Verfügung – für die Entwicklung aber auch die Sicherung der Patente. 6,6 Millionen stammen aus dem Landeshaushalt, den Rest steuern das IBMT und die Industrie bei.

Hartmann sieht das Geld bestens angelegt: „Wir nehmen Geld in die Hand, verknüpfen Wirtschaft und Wissenschaft und schaffen dadurch neuen Mehrwert in diesem Land. Das wird dazu führen, dass eine dreistellige Anzahl neuer, guter Arbeitsplätze entsteht, dazu rechnen wir ab 2014 mit Umsätzen in zweistelliger Millionenhöhe.“

Ende des Jahres soll das Demo-Labor fertiggestellt sein, anschließend soll die Serienproduktion gestartet werden. Ein mobiles Labor könne mehrere verschiedene Module enthalten. Kostenpunkt: Je nach Ausstattung zwischen 500 000 und einer Million Euro. Das Fraunhofer-Institut besitzt bereits einschlägige Erfahrungen mit mobilen Laboren: In Kapstadt (Südafrika) ist ein erstes mobiles Diagnostiklabor zur Behandlung von HIV- oder Tuberkulosepatienten im Einsatz.

Zimmermann ist von dem Konzept überzeugt

„Der Bedarf nach diesen Mobil-Lösungen ist da, genau wie nach anderen Laborlösungen. Es gibt weltweit keine Anbieter, die so etwas leisten können.“ Selbst in hoch entwickelten Ländern sei es nicht einfach, die in Forschungsinstituten gewonnenen Kenntnisse schnell in Krankenhäuser zu übertragen. „Es wird weltweit den Bedarf geben, Labortechnik schnell dorthin zu bringen, wo sie gebraucht wird“, sagt Zimmermann.

Bei der Entwicklung des Projektes bestehe eine Herausforderung darin, Industriezweige zusammenzubringen, die sonst nicht miteinander arbeiten: „Vom Möbelbauer über den Gerätebauer hin zum Klimatechniker bringen wir die Industrien zusammen, um ein funktionierendes Gesamtsystem zu schaffen.“ Auch die IT-Branche gehöre dazu: „Wir benötigen Wege, Labordaten sicher zu übermitteln“, sagt Zimmermann.

Mit dem neuen Produkt auf den Weltmarkt

Bereits heute denken die Verantwortlichen darüber nach, sich mit dem neuen Produkt auf dem Weltmarkt zu positionieren. Dazu werde frühzeitig eine Verwertungsgesellschaft gegründet, um die Beteiligten patentrechtlich zu schützen. In der kommenden Woche sollen bei einer Messe in Südkorea erste Gespräche über den Bedarf auf dem asiatischen Markt geführt

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