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Lärm: Was will der Nauwieser Stammtisch erreichen?

Pöbelnde Party-Randalierer - dem Nauwieser Stammrtisch sind sie ein Dorn im Auge.

Pöbelnde Party-Randalierer - dem Nauwieser Stammrtisch sind sie ein Dorn im Auge.

St. Johann. Für Menschen, die nachts schlafen wollen, sind Menschen, die nachts Party machen wollen, ein Problem – zumindest dann, wenn beide Bedürfnisse am selben Ort befriedigt werden. Das Nauwieser Viertel ist so ein Ort. Ein Ort, da wollte niemand widersprechen beim ersten „Nauwieser Viertel Stammtisch“ am Donnerstagabend, an dem die nächtlichen Gäste nicht nur Lärm machen, sondern auch Schmutz. Manchmal sind am Morgen auch Autospiegel zerstört und eine Ladenscheibe zersplittert.

Wie geht man damit um? Indem man eine Standleitung zur Polizei hält? Einen privaten Sicherheitsdienst losschickt? Den An- und den vollkommen Betrunkenen gut zuredet, auf die Gefahr hin, selbst zu Schaden zu kommen?

Die rund 70 Menschen, die zum Stammtisch in den Werkhof Nauwieser 19 gekommen waren, diskutierten engagiert. Lösungen, das hatte die Stammtisch-Initiative von vorneherein klar gemacht, sind von so einem ersten Treffen nicht zu erwarten. Es ging darum, die Lage zu analysieren und Ideen zu sammeln.

Das Viertel hat Charme, ja, da waren sich alle einig. Aber es wird auch teilweise zu schnell gefahren dort. Es gibt zu wenig Anwohnerparkplätze. Leerstände machen Sorgen. Eine zunehmende Verschmutzung wird festgestellt.

Wobei die Interessen im Viertel sehr unterschiedlich sind. „Wir haben Menschen, die hier wohnen, Menschen, die hier Geld verdienen wollen, Menschen, die hier Party machen wollen – und wir wollen alle glücklich sein“, fasste eine Anwohnerin die Lage zusammen. Klar sei aber bei allen Meinungsverschiedenheiten: „Gewerbetreibende, Gastronome und Bewohner müssen zusammenfinden, sonst ist am Ende keiner zufrieden.“

Aber was tun, um zu verhindern, dass bis morgens um sechs Lärm ist. Die Wirte versuchen ihren Gästen schon länger zu erklären, dass Rücksicht auf die Bewohner angesagt ist, versicherte Stefan Gemballa, einer der Macher des Kurzen Eck. Es gebe aber auch junge Leute, die ihre Bierflaschen mitbringen und die ganze Nacht durchs Viertel ziehen, die unangenehm auffallen, haben Wirte und Bewohner beobachtet.

Mit Polizei und Sicherheitsdienst könne man diese Leute nicht beeindrucken, glaubt einer der jüngeren Bewohner. „Wenn die schon hier saufen, dann sollen sie wenigstens etwas Schönes sehen“, sagt er und empfiehlt: „Wir sollten lieber Beete anlegen, die zeigen: Wir lieben unser Viertel.“ Auch Lichtkunst sei ein Mittel, diese Liebe auszudrücken.

Dieser Vorschlag kam immer wieder: Mehr Kunst und mehr Künstler würden dem Viertel gut tun. Und Räume, in denen es keinen Konsumzwang gibt. Womöglich könnten Markisen zwischen Erdgeschoss und erstem Stock den Lärm auf seinem Weg zu den Schlafzimmerfenstern schlucken. Und Blumen in der Blumenstraße, die ihrem Namen zurzeit keine Ehre mache, wären gut. Über all das soll beim zweiten Treffen, vermutlich am 20. September, konkreter gesprochen werden. stammtisch-im-viertel.de

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