A8 Neunkirchen Richtung Saarlouis Zwischen AS Schwalbach/Schwarzenholz und AS Schwalbach Dauerbaustelle, Arbeiten am Mittelstreifen, linker Fahrstreifen gesperrt bis 28.10.2017 16:00 Uhr Zweiter Fahrstreifen auf Standspur eingerichtet. (26.05.2017, 13:53)

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Lärm im Saarland bedroht unsere Gesundheit

Berlin/Saarbrücken. Wer in Saarbrücken unmittelbar an der Bundesstraße 41 oder 51 wohnt, wird hin und wieder Probleme mit dem Einschlafen haben und selbst im Sommer das Fenster nachts lieber geschlossen halten. Der Lärmpegel liegt dort in der Nacht stellenweise bei über 60 Dezibel – und gilt damit als gesundheitsgefährdend. Der Körper schüttet dabei deutlich mehr Stresshormone aus als in ruhigen Wohnumgebungen, sagen Wissenschaftler.

Der Lärm an Straßen und Bahnstrecken ist längst zur ernsten Gesundheitsfrage geworden. Dagegen macht Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) mit einer gut vier Milliarden Euro teuren Lärmschutzoffensive mobil. Bis 2020 sollen davon 2,5 Milliarden in die Halbierung des Schienenlärms fließen. Für Straßen setze er sich ein Lärmminderungs-Ziel von rund 30 Prozent, für den Flugverkehr von 20 Prozent, sagte Tiefensee.

Laut Umfragen fühlen sich etwa 60 Prozent der Bevölkerung vom Straßenlärm genervt und belästigt. „Die Bürger sind genervt. Die Beschwerden stapeln sich auf meinem Schreibtisch“, sagte Tiefensee. Unter ihnen dürfte auch der eine oder andere Brief aus Fremersdorf (Gemeinde Rehlingen-Siersburg) sein. Anwohner und Politiker kämpfen dort seit Jahren gegen die Lärmbelastung durch dieAutobahn A8, eine Landstraße, eine Bundesstraße und eine Zugstrecke. Das saarländische Wirtschaftsministerium hält es für möglich, dass Tiefensee von den 1,5 Milliarden Euro, die er für Lärmsanierungen vorgesehen hat, auch für Fremersdorf etwas herausrückt. Hier eröffneten sich „neue Chancen“, hieß es.

Weitere konkrete Möglichkeiten nannte ein Sprecher nicht. Tiefensees Pläne reichen von technischen Verbesserungen an Straßenbelägen, Autoreifen und Bahn-Rädern über niedrige, aber effektive Schallschutzwände bis zu niedrigeren Schallgrenzwerten für Straße und Schiene. An bestehenden Autobahnen und Bundesstraßen sollen die Lärmwerte spätestens 2011 um drei Dezibel herabgesetzt werden. „Schon bei einem geringeren Verkehrsaufkommen als bisher werden die Anwohner künftig durch Schutzwände oder -wälle entlastet“, sagte Tiefensee.

Mit einem Bonus-Malus-System für Güterzüge will Tiefensee bis 2013 zudem ein lärmabhängiges System der Trassenpreise einführen: „Wer veraltete, quietschende Loks und Waggons einsetzt, wird stärker zur Kasse gebeten“, versprach er. „Lärm ist die Hauptsorge der Bürger“, sagte Tiefensee. „In Bingen gibt es ein Hotel, wo die Züge nachts unmittelbar an der Hauswand entlang fahren.“ An den Schienen sollen künftig nicht mehr fünf Meter hohe Schallschutzwände hochgezogen werden, sondern 75 Zentimeter hohe High-Tech-Schallstreifen direkt an den Gleisen montiert werden.

Nötig seien künftig leisere Autos. Tiefensee setzt hier auf Elektroautos. Bei den Autoreifen sollten die Geräuschgrenzwerte verschärft werden. Durch eine künftig mögliche Messung der Fahrgeräusche von Motorrädern sollen die Länder in die Lage versetzt werden, „dem verbreiteten nachträglichen Einbau nicht genehmigter Auspuffanlagen an Motorrädern wirksam entgegen zu treten“. Von Daniel Kirch und Agenturen 
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