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Lafontaine: "Wählt uns doch aus Mitleid"

Stagnierende Renten und prekäre Arbeitsverhältnisse hat Linkenchef Oskar Lafontaine zum Wahlkampfabschluss seiner Partei in Saarbrücken angeprangert.

Saarbrücken. "Dann wählt uns doch wenigstens aus Mitleid und Barmherzigkeit." Mit diesem nicht ganz ernst gemeinten Appell, der ihm aber Beifall und Gelächter eintrug, hat der Bundesvorsitzende der Linken, Oskar Lafontaine, gestern Abend in Saarbrücken den eigenen Anhang zum Kampagnen-Abschluss seiner Partei auf die Bundestagswahl am kommenden Sonntag eingestimmt. Lafontaine hob damit auf die Einflussnahme von Banken und Versicherungen auf die Bundestagsparteien ab, die sich auch in Parteispenden für den Wahlkampf niederschlage.

Und weil die Linke die einzige Partei sei, die nicht von diesen Segnungen profitiere, habe man doch einen guten Grund, den Sozialisten seine Stimme zu geben. Um dieses Argument noch ein wenig zu unterfüttern, schob Lafontaine nach: "Wir wollen keine gekaufte Demokratie, die Linke will da Ordnung reinbringen."

Jedoch machte Lafontaine vor mehreren hundert Zuhörern darauf aufmerksam, dass sich die Linke nicht nur in ihrer Distanz zur Wirtschaft von den anderen Parteien unterscheide. Hier gehe es um grundsätzlich unterschiedliche Ansichten, vom Afghanistan-Einsatz bis zur Sozialpolitik.

Die Bundespolitik sei dafür verantwortlich, dass die Rentner in den vergangenen Jahren durch Nullrunden, Zuzahlungen und gestiegene Beiträge deutlich an Kaufkraft verloren hätten, während die öffentliche Hand die Banken in der Finanzkrise großzügig unterstütze. Deshalb die Empfehlung: "Wer 100 Milliarden für die Banken übrig hat, sollte auch ein paar Milliarden aufbringen, um die Kaufkraft der Rentner zu stärken."

Noch schlimmer als die Rentner seien aber die 30- bis 40-Jährigen dran, die man mit befristeten Verträgen und Niedriglöhnen abspeise: "Das ist doch nur eine moderne Art von Sklavenarbeit." Vor der Rede von Lafontaine hatten Landeschef Rolf Linsler und die Berliner Band Polkaholix die Zuhörer in Stimmung gebracht.

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