B269 Stadtgebiet Lebach, Heeresstraße bis Koblenzer Straße Zwischen Lebach und Lebach-Bubach in beiden Richtungen Gefahr durch Tiere auf der Fahrbahn Kühe (10:48)

B269

Priorität: Sehr dringend

10°C
Saarbrücken
weather-Saarbrücken
10°C
Saarbrücken
weather-Saarbrücken

Lafontaine lässt das Saarland links liegen

Oskar Lafontaine

Oskar Lafontaine

Oskar Lafontaine hat sich offenbar entschieden. Der 69-Jährige wird sich im Wahlkampf wieder ins Zeug legen – aber nicht unbedingt im Saarland. Stattdessen wird die Linke an der Saar erstmals seit ihrer Gründung 2007 voraussichtlich einen Wahlkampf führen müssen, in dem ihr Zugpferd keine Rolle spielt – weder auf Plakaten noch auf Kundgebungen. Dafür hat ihn allein die Linke in Nordrhein-Westfalen – Spitzenkandidatin ist dort seine Lebensgefährtin Sahra Wagenknecht – für acht Auftritte im September verpflichtet: in Recklinghausen, Wuppertal, Krefeld, Düsseldorf, Dinslaken, Herne, Paderborn und Gütersloh. „Im Saarland sind keine Auftritte von Oskar Lafontaine geplant, er lehnt alles ab“, wurde der SZ aus Parteikreisen bestätigt.

Lafontaine weilt derzeit im Urlaub. Wie es scheint, fehlt ihm die Lust, sich für eine Sache zu engagieren, die am 22. September seiner Ansicht nach im Desaster enden wird. In der Partei wird seit den zum Teil tumultartigen Mitgliederversammlungen im Mai und Juni mit einem katastrophalen Ergebnis im Saarland gerechnet.
Lafontaine hatte dafür gekämpft, dass die frühere Tennisspielerin Claudia Kohde-Kilsch Spitzenkandidatin der Saar-Linken wird. Das ging bei einer Mitgliederversammlung am 5. Mai schief. Bei einer zweiten Versammlung, die wegen Fehlern bei der Stimmauszählung nötig wurde, fiel dann auch seine zweite Wahl Yvonne Ploetz durch. Nummer eins ist nun sein Widersacher Thomas Lutze, die beiden können überhaupt nicht miteinander. „Ich gehe davon aus, dass seine Motivation, was das Saarland angeht, eher begrenzt ist“, hatte kürzlich der Parlamentarische Geschäftsführer Heinz Bierbaum in einem SZ-Interview zu Lafontaines Wahlkampf-Ambitionen gesagt.

Zwar beschwichtigt Parteisprecher Martin Sommer, die Wahlkampftermine seien noch nicht alle festgelegt, und dass Oskar Lafontaine bisher nirgendwo auftrete, solle man „nicht auf die Goldwaage“ legen. Schließlich könne sich das noch ändern. Doch darauf deutet im Moment wenig hin. Vom Sommerfest der Saar-Linken in Burbach am 14. August, wo Oskar Lafontaine seit Jahren der Hauptredner war, wird er sich diesmal wohl fernhalten. Es heißt, er habe auch eine für Ende August geplante Kundgebung in Saarbrücken abgesagt, nachdem Lutze am 30. Juni zum Spitzenkandidat gewählt wurde. Und damit, dass er sich bei der Abschlusskundgebung am 20. September in Saarbrücken blicken lässt, rechnet ebenfalls kaum noch jemand.

Zu allem Überfluss läuft auch die Wahlkampf-Organisation alles andere als rund. Wahlkampfleiter Heinz Bierbaum hat sein Amt – wie erst jetzt bekannt wurde – niedergelegt, nachdem Lutze zum Spitzenkandidaten gewählt wurde. Bierbaum zufolge hatte der Bundestagsabgeordnete ihn als Versammlungsleiter bei der ersten Mitgliederversammlung abgelehnt, mit der Begründung, er sei nicht neutral genug. „Grotesk“ sei das, sagt Bierbaum. „Das ist ein Vorwurf, den ich mir überhaupt nicht gefallen lassen kann.“ Lutze müsse sich eine Person seines Vertrauens suchen. Doch aus dem 15-köpfigen Wahlkampfteam reißt sich niemand um den Job, er ist bis heute unbesetzt. „Es will niemand verantwortlich sein, wenn es nicht so gut läuft“, sagt einer aus der Runde. In der kommenden Woche soll ein neuer Versuch unternommen werden, doch noch einen Wahlkampfleiter zu finden.
Hat dir dieser Artikel gefallen?
Ja Nein