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Lafontaine tritt vielleicht wieder an

Lafontaine knüpft seine Spitzenkandidatur an Bedingungen: Sein Vertrauter Jochen Flackus brauche einen sicheren Listenplatz. Foto: dpa

Lafontaine knüpft seine Spitzenkandidatur an Bedingungen: Sein Vertrauter Jochen Flackus brauche einen sicheren Listenplatz. Foto: dpa

Was Oskar Lafontaine jetzt noch von einer erneuten Kandidatur für den Landtag trennt, ist eine mickrige Unterschrift. Die Linke-Mitglieder haben den Fraktionschef am Samstag in Differten mit 93,8 Prozent auf Listenplatz 1 des Wahlkreises Saarlouis gewählt. Doch die Unterschrift, mit der Lafontaine seine Bereitschaft zur Kandidatur rechtsverbindlich bestätigt, will er erst nach dem kommenden Samstag leisten. Dann stellt die Linke in Saarbrücken ihre Landesliste auf, Lafontaine soll auch hier auf Platz 1 gewählt werden. Er will nur dann unterschreiben, wenn die Mitglieder seinen Vertrauten und ehemaligen Regierungssprecher Jochen Flackus auf einen sicheren Listenplatz setzen. „Alle wissen, unter welchen Bedingungen sie wählen“, sagt der 73-Jährige. Ernsthafte Zweifel an Flackus' Wahl gibt es in der Partei aber nicht. Die Sache sei Lafontaine wirklich sehr wichtig, wird allenthalben versichert. Flackus soll in der Fraktion den Wirtschaftsexperten Heinz Bierbaum ersetzen, der 2017 aufhören wird.

Lafontaine sagte am Samstag, er habe sich natürlich die Frage gestellt, ob er noch einmal antreten solle. Weil er 73 sei und weil er „so oft Spitzenkandidat war wie kein anderer Politiker dieser Bundesrepublik“, erklärte er. Ein Wahlkampf sei schließlich kein Spaziergang. Dann verwies er aber darauf, dass der Frontmann der „Rolling Stones“, Mick Jagger , wie er Jahrgang 1943 sei. Und so, wie er ihn auf der Bühne erlebe, „habe ich die Zuversicht, dass ich es immer noch zum Landtagspodium schaffe“, sagte der 73-Jährige. Applaus. Und außerdem: Im Sommer, wenn seine Frau Sahra Wagenknecht ihn aufs Fahrrad treibe, fahre er bis zu 100 Kilometer am Tag, ohne Elektro-Unterstützung. „Ihr könnt sehen, dass es noch einigermaßen geht.“ Applaus.

Lafontaine will den Wahlkampf führen wie eh und je. Die Rentenformel wird ein Thema werden; Lafontaine findet, dass wegen ihr die Linke eigentlich 80 Prozent bekommen müsste. Vermutlich wäre der Linken-Politiker aber schon froh, wenn es wie beim letzten Mal wieder 16 Prozent würden. Die Landesregierung hält er für „Schnarchkappen, die die einfachsten Gesetze der Landespolitik nicht beherrschen“. Und zu „Finanzhaien“, die Industrie-Unternehmen im Saarland ausplünderten und die Belegschaft arbeitslos machten, meinte Lafontaine: „Wenn wir in der Regierung sind, wird das nicht mehr möglich sein.“

Nach seiner Nominierung sagte er, den Wahlkampf werde er „wie gehabt“ führen: „Ich werde mich voll reinwerfen!“ Dass das nur gilt, wenn seine Konditionen erfüllt sind, erwähnte er nicht mehr eigens. In der Partei weiß es inzwischen jeder. Die Abrechnung der Linken-Politikerin Claudia Kohde-Kilsch mit ihrer eigenen Partei hat für die 52-Jährige Konsequenzen. Ihren Job als Pressesprecherin der Landtagsfraktion wird sie zum 1. Dezember verlieren, jedoch – bei reduzierter wöchentlicher Arbeitszeit – Mitarbeiterin der Pressestelle bleiben. Darauf haben sich beide Seiten geeinigt, erfuhr die SZ aus der Fraktion. Bestätigt wurde auch, dass es „ein Zerwürfnis“ zwischen ihr und Fraktionschef Oskar Lafontaine gab. Lafontaine hatte die frühere Weltklasse-Tennisspielerin 2012 in die Fraktion geholt und wollte sie 2013 zur Spitzenkandidatin für die Bundestagswahl im Saarland machen – womit er jedoch an der Parteibasis scheiterte. Nachdem die Linke Kohde-Kilsch kürzlich bei der Aufstellung der Landtagsliste im Wahlkreis Saarbrücken durchfallen ließ, klagte sie auf Facebook über „psychischen Terror“ und darüber, „von Menschen, von denen du es niemals erwartet hättest, fallen gelassen zu werden wie eine heiße Kartoffel“.

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