L 365, Vollsperrung für Fahrzeuge ab 7,5 Tonnen in der Ortsdurchfahrt Sitzerath, aufgrund eines liegengebliebenen Schwertransportes Für Fahrzeuge bis 7,5 Tonnen besteht keine Vollsperrung. (19.09.2017, 01:43)

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Land prüft: Wieviel Geld sollen Saarlands Hochschulen bekommen?



Saarbrücken. Wie soll die Hochschullandschaft des Saarlandes im Jahr 2020 aussehen? Bei der Antwort auf diese Frage wird der Wissenschaftsrat in Köln ein gewichtiges Wort mitzureden haben. Das Gremium ist der wichtigste Ratgeber des Bundes und der Landesregierungen für die Strukturentwicklung der Hochschulen. Bis zum Januar 2014 soll es im Auftrag der Saarbrücker Staatskanzlei die gesamte Forschungslandschaft des Saarlandes unter die Lupe nehmen. Dieser Auftrag ist extrem weit gefasst: „Wir wollen keine klassische Evaluierung, sondern ein Strukturgutachten.

Der Schwerpunkt liegt dabei auf der Saar-Universität und der Hochschule für Technik und Wirtschaft“, erklärt die saarländische Wissenschaftsbeauftragte Susanne Reichrath. Die Kölner Wissenschafts- Berater sollen nicht nur Schwerpunkte und strategische Ziele der saarländischen Forschungseinrichtungen begutachten. Sie sollen auch außeruniversitäre Institute und die Verbindungen zwischen Wissenschaft und Wirtschaft in die Evaluation einbeziehen. An den Landesgrenzen ist dabei nicht Schluss – die Gutachter sollen die Vernetzung der saarländischen Hochschulen mit ihren Pendants in der Großregion untersuchen. In den nächsten zwei bis drei Wochen werde der noch recht allgemein gehaltene Auftrag an das Expertengremium detaillierter formuliert – Saar-Uni und HTW sollen bei dieser Feinabstimmung eingebunden werden, kündigte Susanne Reichrath an.

„Wir haben über dieses Thema frühzeitig mit den Hochschulen gesprochen.“ Während der neue HTWRektor Professor Wolrad Rommel den Auftrag an den Wissenschaftsrat durchweg positiv einstuft, sieht Uni-Präsident Professor Volker Linneweber („Ich gehe mit breiter Brust in diesen Prozess“) die geplante Evaluation differenzierter. Die Saar-Universität stehe derzeit wissenschaftlich so gut da wie niemals zuvor, so Linneweber. Auf der anderen Seite habe seine Hochschule bereits in den vergangenen beiden Jahren in einer großen Kraftanstrengung ein eigenes bis 2020 reichendes, umfassendes Zukunftskonzept erarbeitet. Es sei nicht akzeptabel, dass dies für ein Jahr auf Eis gelegt werden solle, um auf ein externes Gutachten zu warten. „Ich kann nach all der Arbeit nicht akzeptieren, dass jetzt eine Riesenaufregung hier im Haus entsteht.“ Davon könne keine Rede sein, so die Wissenschaftsbeauftragte der Staatskanzlei, Susanne Reichrath. „Es ist sehr gut, dass die Universität intern einen Entwicklungsplan erarbeitet hat. Dieser wird sicher vom Wissenschaftsrat berücksichtigt.“

Dass die Vertreter dieses Gremiums auch an der Saar-Uni Gespräche führen werden, verstehe sich von selbst – „das wird aber nicht bis in alle Verästelungen der Fakultäten reichen.“ Susanne Reichrath lässt jedoch keinen Zweifel daran, dass das Strukturgutachten „auch dem Umstand Rechnung tragen soll, dass die Landesfinanzen ein weiteres Wachstum der Ausgaben für die Hochschulen nicht mehr zulassen.“ Das Saarland werde in Zukunft in der Hochschulplanung mit Sicherheit Prioritäten setzen müssen. „Wir werden dem Wissenschaftsrat unsere finanziellen Spielräume angeben müssen.“ Viel Zeit wird die Arbeitsgruppe der Wissenschafts-Berater für ihr Gutachten nicht haben. Die Landesregierung erwarte die Expertise bis zum Januar 2014, so Reichrath. Diese Daten sollen in die Verhandlungen zu den kommenden Globalhaushalten von Saar-Universität und HTW einfließen, die bis Sommer 2014 abgeschlossen sein sollen. Dass diese Gespräche schwierig werden, wissen die Vertreter der beiden Hochschulen.

Sie können im günstigsten Fall mit einem konstant bleibenden Globalhaushalt rechnen und mit dem teilweisen Ausgleich ihrer Tarif- und Energiekostensteigerungen. Die vergangenen Landesregierungen hatten dabei zugesagt, die Hälfte der Tarifsteigerungen zu übernehmen. Doch in der Praxis, so kritisiert Uni-Präsident Linneweber, sei es durch das dabei verwendete Berechnungsverfahren zu einer Ungleichbehandlung gekommen, die die Uni Millionen zu kosten droht. Da bei der Kalkulation des Landesanteils der Tarifsteigerungen nicht der Gesamtumfang, sondern immer nur das jeweilige Vorjahr berücksichtigt worden sei, belaste ein stetig wachsender Kostenblock die Uni-Kasse. Dafür verlange die Saar-Uni künftig einen Ausgleich.
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