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Landebahn des Flughafen Ensheim neu geteert

Großbaustelle Flughafen Saarbrücken: Für rund 15 Millionen Euro wird die Landebahn komplett saniert und werden an den beiden Bahnenden so genannte Sicherheitszonen aufgeschüttet. Der Flugbetrieb soll dadurch nicht beeinträchtigt werden.

Von SZ-Mitarbeiter Udo Rau

Saarbrücken. Das letzte Flugzeug der Air Berlin am Dienstagabend mit Urlaubern aus Mallorca landet gegen 22 Uhr. Draußen wartet unterdessen vor dem Tor eins eine Armada von Spezialfahrzeugen mit flackernden, gelben Warnleuchten. Kaum haben die letzten Passagiere den kurzen Weg zum Terminal hinter sich, rollen die ersten Fahrzeuge in wohlgeordneter Reihenfolge Richtung Start- und Landebahn. Die Zeit drängt, jede Minute zählt. Denn die Start- und Landebahn wird saniert.
Der Flughafen bleibt tagsüber bis Betriebsende gegen 22.30 Uhr offen. Deshalb wird nur nachts gearbeitet, wenn der Flugverkehr bis zum frühen Morgen für einige Stunden ruht. „Das ist eine anspruchsvolle logistische Aufgabe, bei der alle Beteiligten minutiös zusammenspielen müssen“, sagt der Saarbrücker Flughafenchef, Professor Friedhelm Schwan. Neben der Bahnsanierung, die je nach Nutzungsgrad in bestimmten Zeitabständen bei jedem Flughafen fällig wird, wird gleichzeitig sicherheitstechnisch aufgerüstet. „Bei der Bahn wird der bisherige Asphalt vier Zentimeter tief abgefräst und im zweiten Schritt gleich neu aufgebracht. Pro Nacht fallen 500 bis 600 Tonnen Asphaltmaterial an, das recycelt wird und bei anderen Baumaßnahmen wieder eingesetzt wird“, sagt Roman Grethel, Geschäftsführer Verkehr und Technik. Die Asphalt-Bauarbeiten werden von einer Arbeitsgemeinschaft der beiden saarländischen Unternehmen Gross (St. Ingbert) und Wolf (Saarbrücken) ausgeführt. In dieser Nacht vom Dienstag zum Mittwoch sind etwa 70 Mann und 60 Fahrzeuge auf der Landebahn in Aktion.

Etwa 300 Meter hinter den Asphaltwerkern rückt eine andere Spezialtruppe langsam vor. „Wir bringen auf dem neuen Asphalt einen Sicherheitsbelag – in der Fachsprache Anti-Skid genannt – auf. Der sorgt für größere Griffigkeit der Bahn beim Bremsen oder Startabbruch, besseren Grip der Flugzeugreifen bei Seitenwind und große Sicherheit bei Regen gegen Aquaplanung“, so Knut Ohloff von der Possehl Spezialbau (Sprendlingen). Das Verfahren von Possehl gilt weltweit als das Non-Plus-Ultra der Belags-Technik. Experte Ohloff, weltweit renommiert, hat den Belag und Spezialmaschinen für die Verarbeitung selbst entwickelt. „Der besteht aus Epoxidharz und einem feinkörnigen Edel-Basalt aus dem Westerwald“, so Ohloff. Der Possehl-Manager tourt mit seiner Spezialtruppe quer durch Europa: „Wir kommen gerade von Athen, nach Saarbrücken geht es nach Brüssel und dann nach Osteuropa.“ Vor einem fürchtet sich Ohloff: Vor Regen. „Auf nassem Asphalt können wir nicht auftragen.“ In den bisher zweieinhalb Wochen sind für die Belags-Techniker vier Nächte wegen Nässe ausgefallen. Morgens kann maximal bis halb sechs gearbeitet werden, geräumt wird die Bahn etwas früher. Denn gegen sechs geht das erste Flugzeug wieder raus. Bis Mitte, spätestens Ende September sollen alle Arbeiten abgeschlossen sein.

Parallel zu den Bahnarbeiten werden derzeit an den Bahnenden neue Sicherheitsflächen installiert. Dazu müssen am Bahnende der Bahn 09 (Anflug von Westen) rund 60.000 Kubikmeter Erdmassen zur Aufschüttung bewegt werden. Am gegenüberliegenden Ende (Bahn 27) wird nur ein geringfügiges Aufschütten nötig. Die Installation der Sicherheitsflächen (jeweils 90 mal 90 Meter) und der jeweils vorgelagerten Sicherheitstreifen von 60 Metern verändert die Aufsetzpunkte, die nach innen rücken. Die physische Bahnlänge aber bleibt mit 2000 Metern gleich. Dadurch verkürzen sich aber in den Flughandbüchern die zur Berechnung verfügbaren (theoretischen) Bahnlängen auf 1941 Meter (Bahn 27) und 1900 Meter (Bahn 09).

Sogar ein Jumbo käme hoch

Zum Vergleich: Die entsprechenden Längen beim benachbarten Flughafen Zweibrücken betragen jeweils 2675 Meter (Bahnen 03 und 21). Neben den Standard-Kurz- und Mittelstrecken-Flugzeugen wie Airbus 319, 320, 321 können die Boeing-Typen 737, 757 und 767 in Saarbrücken starten und landen. „Sogar eine Boeing 747, der Jumbo, käme mit vielleicht 50 Passagieren und Sprit für eine halbe Stunde in Saarbrücken wieder hoch“, so ein Experte.

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