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Landesregierung hat Erwartungen an Bosch

Wir müssen leider draußen bleiben. Es hing zwar kein kleines Schild wie für Vierbeiner am Werkstor der „Bosch Emission Systems GmbH & Co. KG“ (BESG) in Wiebelskirchen , aber die Auskunft des Pförtners war eindeutig: Zur Betriebsversammlung der von der Schließung bedrohten Bosch-Tochter am Freitagvormittag war die Presse nicht zugelassen. Der Betriebsratsvorsitzende Axel Busch bedauerte dies, aber Hausrecht ist nun mal Hausrecht. Trotz der Ausladung der Presse nahm sich die saarländische Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger , die sich zu der Versammlung angekündigt hatte, vor den Toren des Unternehmens einen Moment Zeit.

 

Sie sei nicht gekommen, um über die Zahl von sozialverträglich zu streichenden Arbeitsplätzen zu reden, präsentierte sich die Ministerin selbstbewusst. Das Land habe „einiges Vertrauen in das Unternehmen gesteckt“ und es sei ihre „Erwartungshaltung“, dass Bosch diesem Vertrauen auch seinerseits etwas entgegensetze. Der Standort sei gut, die Mitarbeiter seien gut, und sie glaube an die Zukunftsfähigkeit des Konzerns. Der müsse nun die Situation sauber aufarbeiten und prüfen, ob es nicht andere Möglichkeiten als die Werksschließung gebe.

 

200 Arbeitsplätze sind in dem Wiebelskircher Unternehmen bedroht, weitere 160 bei Bosch Rexroth in Homburg. Bosch hatte allerdings angekündigt, 100 Mitarbeiter aus Wiebelskirchen könnten wieder an anderen Standorten unterkommen. Wie berichtet, will der Autozuliefer- und Elektrotechnik-Konzern das Werk des Tochterunternehmens BESG in Wiebelskirchen Ende 2017 schließen. Erst vor zwei Jahren war es eröffnet worden. Das Land ist stark involviert: Die Fertigungshalle auf einem 46 000 Quadratmeter umfassenden Areal war von der landeseigenen Tochter SBB, Saarland Bau und Boden Projektgesellschaft, errichtet worden und ist auf zehn Jahre an die BESG vermietet. Mit der Tochter BESG wollte der Konzern Abgasreinigungsanlagen für Nicht-Straßenfahrzeuge wie Bagger, Traktoren und stationäre Motoren-Anlagen aus einer Hand anbieten. Die Nachfrage am Markt ist aber deutlich hinter den Erwartungen zurückgeblieben.

 

„Wenn man von der Straße zu dem Gebäude abbiegt, hochmodern, ein neuer Standort, blutet einem das Herz“, sagte Ministerin Rehlinger am Werkstor. Betriebsratschef Busch erklärte nach der Versammlung, man habe dem Unternehmen unmissverständlich klar gemacht, dass die Mitarbeiter nicht einfach den Platz räumen. Was die Gallier für Cäsar gewesen seien, werde die BESG für Bosch. Busch: „Wir haben die Geschäftsführung darauf hingewiesen, dass wir eigene Ideen ausarbeiten.“ Der Betriebsrat wolle in den kommenden Monaten Vorschläge unterbreiten, wie das Werk weiterzuführen sei, und das auf wirtschaftlich solider Basis. 170 bis 180 Mitarbeiter, also fast die komplette Belegschaft, waren nach seinen Worten vor Ort. Und die hätten die Ausführungen von Wirtschaftsministerin Rehlinger sehr positiv aufgenommen.

 

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