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Landesregierung will offene Fragen bei Weltkulturerbe klären

Ein rostiges Glanzstück des Saarlandes. Doch über die Besucherzahlen herrscht Unklarheit.

Ein rostiges Glanzstück des Saarlandes. Doch über die Besucherzahlen herrscht Unklarheit.

Dem Landtag liegen seit Freitag neue Besucherzahlen aus dem Völklinger Weltkulturerbe vor (Drucksache 15/895). Bereits im Februar hatte Ex-Kultusminister Klaus Kessler (Grünen-Fraktion) eine Anfrage zur Entwicklung der Besucherzahlen von 2010 bis 2013 gestellt, die erst jetzt beantwortet wurde. In der Zwischenzeit war bekannt geworden, dass der Landesrechnungshof eine „qualifizierte Einlasskontrolle“ am Eingang des Weltkulturerbes gefordert hatte. Die Kultureinrichtung Völklinger Hütte wird von Meinrad Maria Grewenig geleitet, der auch wegen seiner Bezüge (rund 13 100 Euro im Monat) in der Kritik steht. Grund für die Forderung waren Unterschiede zwischen „manuell“ erfassten und durch Elektronik gezählten Besuchern. Die Leitung des Weltkulturerbes hatte „Unlogiken und Differenzen“ gegenüber den Prüfern eingeräumt.

Jetzt erklärt die CDU/SPD-Landesregierung, die durch die Aufsichtratsvorsitzende Anke Rehlinger (SPD) die Geschäfte Grewenigs kontrolliert, dass es einen Unterschied gebe zwischen den bezahlten und gezählten „Kombi-Tickets“ und der Gesamtzahl so genannter „geschätzter Besuchsanlässe“, die auch als „Ankünfte im Weltkulturerbe“ bezeichnet werden. 2013 etwa seien 310 000 „geschätzte Besuchsanlässe“ gezählt worden, aber nur 125 343 davon bezahlten ein Kombi-Ticket. Nach Darstellung von Grewenig würden „entsprechend internen Empfehlungen der Unesco-Welterbe-Vereinigung“ alle Besuche von Menschen als „geschätzte Besuchsanlässe“ erfasst, „die sich auf dem Gelände der Völklinger Hütte aufhalten unabhängig von ihrem Besuchsthema“.

Die Erfassung der „Ankünfte“ sei „unabhängig von möglichen Einnahmen durch Eintritte“, so die Landesregierung weiter. „Diese Besucher werden frei gezählt, hierzu wird auch auf die Angaben etwa der Völklinger Stadtverwaltung und der Polizei zurückgegriffen“, hieß es. So seien Besucher etwa des Hütten-Jazz, des Auto-Kinos oder der Vorlesung „Genialer Schrott“ „nicht alle erfasst“ worden. Die Grünen-Frage, wie viele Gäste zu Ausstellungseröffnungen geladen waren und keinen Eintritt zahlten, beantwortete die Regierung so: „Ein direkter Zusammenhang zwischen Ausstellungseröffnung und Eintritt liegt nicht vor.“ Von 2010 bis 2013 seien 429 659 Besucher in den Genuss eines ermässigten Kombi-Tickets gekommen.  
  Meinung Heiteres Besucher-Raten
 
Von Dietmar Klostermann

Es ist beschämend für das Saarland. Zu Recht kann es stolz sein auf ein Weltkulturerbe in Völklingen, das die eigene Montan-Geschichte wunderbar dokumentiert. Aber auf einfache Fragen von Rechnungshof und Opposition nach den Besucherzahlen kommen Antworten, die keine Gewähr dafür bieten, dass es eine exakte Zählung gab und gibt. Da ist von „geschätzten Besuchsanlässen“ oder „Ankünften“ fabuliert, wenn nach Besuchern gefragt wird. Die Landesregierung räumt ein, dass sie nicht genau weiß, welcher der „geschätzten“ Besucher tatsächlich Eintritt bezahlt hat. Dabei ist im Jahr 2010 mit Manfred Baldauf (FDP) ein zweiter Geschäftsführer neben Meinrad Maria Grewenig bestellt worden, der fürs Kaufmännische zuständig ist. Doch Zahlen interessierten offenbar die Vertreter der Landesregierung nicht, die im Weltkulturerbe-Aufsichtsrat exakt das tun müssten: Zahlen kontrollieren.
 
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