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Landkreis Saarlouis will CO2-neutral werden

Von SZ-Mitarbeiter Johannes A. Bodwing

Überherrn. Preiswert soll Energie sein, immer verfügbar und CO2-neutral, um das Klima zu schützen. Was da im Landkreis Saarlouis machbar wäre, untersucht derzeit eine Studie des IfaS Birkenfeld, Institut für angewandtes Stoffstrommanagement.

Einen ersten Überblick über den Bereich Biomasse gaben Landkreis, Wirtschaftsförderungverband Untere Saar (wfus) und IfaS Mitte vergangener Woche auf dem Linslerhof bei Überherrn. Die große Begeisterung blieb erst einmal aus bei den eingeladenen Landwirten und Forstbesitzern. Etwa 30 von ihnen waren zum Linslerhof gekommen. Mit Gülle sei da nicht viel zu machen, hieß es beispielsweise. Dafür brauche man Großviehbetriebe mit 400 Rindern und mehr, „die haben wir hier nicht“. Sich mit anderen Höfen zusammenschließen scheitere wohl an den Transportkosten, „das wird unrentabel, die Biomasse mit dem Trecker zu fahren“.

„Wir haben im Moment Getreidepreise auf Höchststufe“, sagte der Geschäftsführer des saarländischen Bauernverbandes, Hans Lauer. „Da kann der Anbau von Energiepflanzen nicht konkurrieren.“ Und das werde wohl längere Zeit so bleiben, denn weltweit wachse die Bevölkerung und damit auch die Nachfrage nach Getreide.
Bei so vielen Haken und Ösen stellt sich die Frage, warum der Landkreis Saarlouis nach Alternativen für die traditionelle Energieerzeugung sucht. „Wir haben uns das Ziel gesetzt“, sagte Landrat Patrik Lauer, „zum Null-Emissions-Landkreis zu werden“.

Hintergrund dafür ist das von Wissenschaftlern prognostizierte Risiko einer Aufheizung der Atmosphäre. Dies bedeutet nicht automatisch weniger kalte Tage im Jahr. Befürchtete Folgen sind die Ausbreitung von Krankheiten und Schadinsekten sowie gravierende Veränderungen für Wälder, Landwirtschaft und Wasserhaushalt. Deshalb sollen im Landkreis Saarlouis bis zum Jahr 2020 mindestens 40 Prozent der CO2-Emissionen eingespart werden, im Vergleich zu 1990. „Das ist sehr, sehr ambitioniert“, sagte Landrat Lauer. Doch zusammen mit den 13 Kommunen des Landkreises und Akteuren aus Wirtschaft und Bevölkerung will man darauf hinarbeiten. Letztlich bringe es auch wirtschaftliche Vorteile für die Region, wenn Geld statt für fremdes Öl und Gas verstärkt in heimische Rohstoffe fließe.

Dabei könnten bis 2020 rund zwei Megawatt (MW) über Biogas erzeugt werden, stellte IfaS-Mitarbeiter Ralf Köhler dar. Bis 2050 bis zu 2,3 MW. Mit Holz aus heimischen Wäldern könnten bis 2020 rund 7,4 MW entstehen, bis 2050 sogar 33,5 MW.

Der nächste Termin im Rahmen des Klimaschutzprojektes im Landkreis Saarlouis ist am Mittwoch, 14. November. Dann geht es um Energieeinsparung und -effizienz in kleinen und mittleren Unternehmen.
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