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„Lange Nacht der Industrie” lockt fast 1000 Besucher in Saar-Unternehmen

Bei ZF zeigte Wolfgang Bode (r.), wie die einzelnen Teile eines Automatik-Getriebes entstehen.

Bei ZF zeigte Wolfgang Bode (r.), wie die einzelnen Teile eines Automatik-Getriebes entstehen.

Für Laura Hoffmann war es eine willkommene Gelegenheit: Gestern hatte die Absolventin der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) ein Bewerbungsgespräch bei ZF, am Vorabend konnte sie schon einmal einen Blick in die Produktion bei ihrem potenziellen Arbeitgeber werfen: „Das hat mich noch darin bestärkt, dass ich dort arbeiten will“, sagte sie. Laura Hoffmann gehörte zu den fast 1000 Besuchern, die bei der „Langen Nacht der Industrie“ in Saar-Unternehmen erfahren haben, wie beispielsweise Stahl in der Dillinger Hütte gewalzt wird, wie ein Hager- Schaltschrank entsteht oder welche Technik in einem ZF-Getriebe steckt.

19 Industriebetriebe im Saarland haben am Donnerstagabend ihre Türen geöffnet, um sich den Besuchern vorzustellen. Zwar ist die Grundidee, Schüler und Studenten und damit potenzielle Mitarbeiter für die Unternehmen zu interessieren, doch die Effekte seien eher langfristig, sagt Katja Schäfer, beim Elektro- Konzern Hager für Personal zuständig. „Es ist nicht so, dass nach der Langen Nacht nun gleich gehäuft Bewerbungen kommen“, sagt Schäfer. „Wir merken aber schon, dass sich die Teilnahme schon auf den Ruf auswirkt“, sagt sie. Mit dem Effekt, dass viele Bewerber über Mundpropaganda kämen.

Durchweg positiv sei die Reaktion der Besucher gewesen, lautet das Urteil der beteiligten Unternehmen. „Für viele ist es schon ein Erlebnis, die saarländische Stahlindustrie bei Nacht zu sehen“, sagt Ute Engel, Sprecherin von Saarstahl und Dillinger Hütte. „Gleichzeitig finden die Besucher es faszinierend, wie viel Know-how in unserer Industrie steckt.“ Auch VSESprecherin Marie-Elisabeth Denzer berichtet davon, dass die Besucher des Kraftwerks Ensdorf „sehr beeindruckt von der Technik“ waren. Neben der regen Nachfrage nach Berufschancen sei die Lange Nacht auch ein „Schaufenster ins Land“.

Christine Hauck, Personalentwicklerin der Gießerei Saint Gobain, bewertet die Möglichkeit positiv, das eigene Unternehmen nach außen zu präsentieren. Hauck begrüßt aber auch den Effekt auf die eigenen Mitarbeiter: „Im Unternehmen bringt die Lange Nacht einen großen Motivationsschub“, sagt sie.

Den sieht auch Astrid Wilhelm-Wagner vom Autozulieferer Voit. Dort haben die Mitarbeiter und Auszubildenden ihre Arbeitsbereiche selbst vorgestellt: „Es erfüllt uns mit Freude zu sehen, wie sehr sich unsere Mitarbeiter hier engagiert haben und wie stolz sie sind, ihren Arbeitsplatz zeigen zu können“, sagt sie. Joachim Malter, Hauptgeschäftsführer des Verbands der Metall- und Elektroindustrie, der gemeinsam mit der Industrie- und Handelskammer (IHK) die Veranstaltung ausrichtet, freut sich, dass rund ein Drittel der Teilnehmer Frauen waren. Das zeige, dass sich zunehmend auch junge Frauen für technische Berufe interessieren. „Wir sind hier zwar noch keineswegs am Ziel, aber die Entwicklung freut uns.“

Thorsten Muth vom Getriebehersteller ZF sieht neben der Möglichkeit, Bewerber für das eigene Unternehmen zu rekrutieren, auch die positiven Auswirkungen für die Branche: „Wenn wir bei den Besuchern die Begeisterung für Technik wecken konnten, haben wir schon gewonnen.“

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