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Langfinger suchen Gotteshäuser heim

Mit dem Brecheisen die Eingangstür aufgehebelt und sich schnell Zutritt verschafft – Einbrecher sind auch häufig in Kirchengebäuden unterwegs. Doch die große Beute machen sie in der Regel nicht. Oft sind die Schäden durch den Vandalismus deutlich größer als der Wert des Diebesguts. Das Bistum Trier zählt für das Saarland rund 30 Einbrüche im Jahr, davon kosten etwa drei bis fünf Diebstähle die Kirchen allein durch gestohlenes Geld oder Gegenstände über 2000 Euro.

 

„Grundsätzlich gilt bei uns: Sichern statt Versichern“, erklärt Rainer Klein von der Versicherungsabteilung des Bistums. Denn viele Objekte, die in den kirchlichen Einrichtungen stehen, können gar nicht ersetzt werden. Seien es Marienfiguren oder hunderte Jahre alte Skulpturen – oft sind es Unikate, die entwendet werden. Erst kürzlich haben sich Unbekannte Zutritt zur Kirche in Hühnerfeld in Sulzbach verschafft. Die rechte Eingangstür soll aufgehebelt, im Innenraum der Kirche der Tabernakel beschädigt worden sein. Zudem verschafften sich die Täter gewaltsam Zutritt zur Sakristei, teilte die Polizei mit. Dort seien dann ein Kerzenständer und eine Schale aus Messing entwendet worden. Die entwendeten Gegenstände hatten einen Wert von 500 Euro, weitere 500 Euro Schaden entstanden beim Aufbrechen der Türen.

 

„Ein Diebstahl lohnt sich meist nicht. Denn Kollekte und Spenden werden regelmäßig geleert“, sagt Pfarrsekretärin Roswitha Schneider. Die schweren Außentüren sollen jetzt noch massiver werden, erklärt sie.

 

Laut dem Saarbrücker Dechanten Benedikt Welter sollen auch immer mehr Opferstöcke Dieben zum Opfer fallen. „Der Einbruchsversuch in Opferstöcke nimmt seit zehn Wochen kontinuierlich zu, vor allem bei nachts geöffneten Kapellen und Kirchen“, erläutert er. Eine „leicht steigende Tendenz“ beobachtet auch das Bistum Speyer, sagt Pressesprecher Markus Herr. Seit 2013 hat sich die Zahl der Einbrüche verdreifacht. Waren es vor drei Jahren noch vier Einbrüche, wurden 2015 sogar zwölf registriert. Die Reaktion: Eine erhöhte Wachsamkeit bei den Pfarreien. Oft würden Sicherheitssysteme eingebaut – seien es schwere Türen oder Fensterschlösser, erklärt Herr.

 

Auch in den evangelischen Kirchen ist die Entwicklung ähnlich. „Meist finden die Einbrecher wenig, dafür ist der Sachschaden größer“, sagt Helmut Paulus, Pressesprecher der evangelischen Kirchenkreise an der Saar. Im laufenden Jahr habe es bisher drei Einbrüche in evangelische Kindertagesstätten, 2015 sechs Einbrüche in Kirchen, drei in Gemeindehäusern und einen in einer Kindertagesstätte gegeben. „Es sind geringe Beträge, die erbeutet werden. Spenden werden täglich oder wöchentlich zur Bank gebracht“, erklärt Paulus.

 

Mehrfach Opfer wurde die evangelische Pfarreiengemeinde in Merzig. Pfarrer Klaus Künhaupt hatte im vergangenen Jahr sogar in einem Youtube-Video an die Einbrecher appelliert, zu Hause zu bleiben. „Wieso eingebrochen wird, ist mir ein großes Rätsel“, sagt der Pfarrer , der seit gut zehn Jahren in Merzig tätig ist. Viel Geld gebe es nicht zu stehlen. „Ich muss darüber fast lachen, aber einmal haben die Einbrecher sogar einen Ordner mit dem Namen ‚Einnahmen' mitgenommen. Da waren Rechnungen und Spendengelder aufgelistet“, erzählt er. Er sei sich sicher, dass die Diebe ortskundig sind. Der Fokus liege stets auf dem Jugend- oder Gemeindebüro. „Unser Jugendmitarbeiter holt ab und an Geld dort, wenn Pizza gezahlt wird, vielleicht wird daher hier Geld vermutet“, sagt Künhaupt. Mutwillig zerstört worden sei bisher nichts, aber der Sachschaden sei stets höher als die Beute. Vor einem Jahr sei sogar der Erlös von 3,50 Euro aus einem Bücherverkauf, der zugunsten behinderter Kinder in Russland gedacht war, gestohlen worden.
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