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Lebach will mit Demo Flagge zeigen für Willkommenskultur

Unser Archivbild zeigt eine „Bunt-statt-Braun“-Demo auf dem St. Johanner Markt in Saarbrücken. Foto: Becker & Bredel

Unser Archivbild zeigt eine „Bunt-statt-Braun“-Demo auf dem St. Johanner Markt in Saarbrücken. Foto: Becker & Bredel

Landrat Patrik Lauer ruft auf (wir berichteten), die Stadt Lebach ebenso, Parteien, Vereine, Verbände wollen gemeinsame Sache machen: „Bunt statt Braun“ heißt es am Montag, 18. Mai, in Lebach . Dann beginnt um 18.30 Uhr auf dem Bitscher Platz eine Demonstration.

Das ist viel weniger eine Demo gegen, nämlich gegen die Sagesa („Saarländer gegen Salafisten “), die die Theelstadt als Treffpunkt für den Montag ausgeguckt haben. „Das ist eine Demonstration für etwas, nämlich für eine Willkommenskultur“, sagt Esther Braun. Sie hat die „Bunt-statt-Braun“-Demo angemeldet. Für die Linkspartei sitzt sie im Lebacher Stadtrat. Aber für die Krankenschwester hat das nichts mit Parteiarbeit zu tun. „Das ist eine Frage des gesunden Menschenverstands“, sagt sie. Und wie sie das sagt, erscheint das als das Selbstverständlichste von der Welt. „Ich habe nur gute Erfahrungen mit der LAS gemacht“, sagt Braun. LAS steht bei ihr für Landesaufnahmestelle, immer mal auch Landeswohnsiedlung oder Aufnahmelager genannt. Die Abkürzung kommt ebenfalls ganz selbstverständlich daher – die Landesaufnahmestelle gehört einfach zu Lebach dazu.

Esther Braun hat neben ihrer Überzeugung, dass Flüchtlinge bei uns willkommen geheißen werden sollten („da gibt es keinen, der freiwillig mit 200 Leuten auf ein Boot geht, das nur für 20 ausreicht“), einen positiven Bezug zur LAS. „Ja“, bestätigt sie, „meine Eltern haben sich dort kennengelernt“. Die Mutter war aus einer vorderasiatischen Sowjetrepublik geflüchtet, der Vater aus Paraguay. Eine Tante aus Argentinien während des Falkland-Krieges und ein Onkel aus Chile in Zeiten der Pinochet-Diktatur fanden als politische Exilanten Aufnahme in Lebach . „Die ganze Familie ist irgendwie damit verbunden. Ich habe nur positive Bezüge“, sagt sie.

Für Esther Braun erwächst daraus eine zusätzliche innere Verpflichtung, sich zu engagieren. Und das mit einer klaren Orientierung: „Bunt statt Braun“. „Wir wollen zwischen den anderen und der Landesaufnahmestelle ein trennendes Band bilden, wir wollen näher zur LAS sein“, beschreibt sie die örtliche Ausrichtung der „Bunt-statt-Braun“-Demo.

Dabei wird es, davon ist sie überzeugt, friedlich-fröhlich und bunt gemischt zugehen. Um Respekt, Anstand, Würde und Toleranz geht es ihr und ihren Mitstreitern. Selbstverständlich haben Aggression oder gar Gewalt dabei überhaupt keinen Platz.
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