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Lebensqualität trotz Dialyse: Fresenius St. Wendel will neue Technik entwickeln

St. Wendel. Das saarländische Werk des Medizin-Konzerns Fresenius Medical Care rüstet sich für eine stark wachsende Nachfrage nach Dialysatoren. Das sind künstliche Nieren, mit denen man das Blut von Patienten reinigt, deren Nieren versagen. „Immer mehr Menschen sind davon betroffen“, betont der Chef des St. Wendeler Werks, Ulrich Kramp. Weltweit müssen schon 1,89 Millionen Patienten regelmäßig an Dialyse-Geräte angeschlossen werden, alleine 80 000 in Deutschland. Jetzt werde auch in Russland flächendeckend ein Netz an Stationen zur Dialyse-Behandlung aufgebaut. Bulgarien, die Türkei, Skandinavien und weitere Länder in Westeuropa seien ebenfalls große Wachstumsmärkte.

100 Millionen Euro für neues Produktionsgebäude

„Unsere Aufträge ziehen wieder deutlich an“, so Kramp. Deshalb rechnet Fresenius St. Wendel nach der Wirtschaftskrise wieder mit zweistelligen Wachstumsraten. Wurden 2009 rund 29 Millionen Dialysatoren in St. Wendel hergestellt, so könnte das Werk nach Angaben von Kramp jährlich bis zu 35 Millionen solcher Geräte produzieren. In die Erweiterung des Standortes, unter anderem für ein neues Produktionsgebäude, sind alleine seit 2007 rund 100 Millionen Euro investiert worden. Weitere Baufläche ist vorhanden.

Im St. Wendeler Werk werden zudem auch Bauchfell-Dialysegeräte hergestellt, mit deren Hilfe man das Blut direkt im Bauchraum von Schadstoffen befreien kann. Diese ambulante Methode der Behandlung werde zunehmend praktiziert. Allerdings muss der Patient hier besonders penibel vorgehen, äußerst sensibel auf mögliche Bakterien achten. Zudem muss der Patient ständig mit einen Katheter-Zugang zum Bauchraum klar kommen. Das sei für viele nicht leicht zu verkraften. Und deshalb einer der Gründe dafür, warum diese Behandlungsmethode noch nicht so weit verbreitet ist.

Kleinere Geräte zur mobilen Nutzung

1650 Mitarbeiter beschäftigt Fresenius in St. Wendel. Alleine 80 Forscher und Entwickler suchen intensiv nach Möglichkeiten, wie man Dialyse-Patienten mehr Lebensqualität und Mobilität einräumen kann. Denn die meisten Betroffenen sind stark eingeschränkt, weil sie sich regelmäßig und in kurzen Abständen zur Behandlung in einer Klinik einfinden müssen. Die Forscher beschäftigten sich deshalb unter anderem damit, wie man kleinere Geräte zur mobilen Nutzung entwickeln kann, die der Patient beispielsweise auf eine längere Reisen mitnehmen könnte. Wie lange es noch dauern wird, bis solche Geräte marktfähig sind, ist noch unklar. Denn die Dialyse-Technik benötigt derzeit noch viel Platz. Mit dem Standort Saarland zeigt sich Fresenius zufrieden. Es sei kein Problem, Fachkräfte zu finden. Eine enge Zusammenarbeit gibt es mit der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) und der Berufsakademie. Auch der hohe Bekanntheitsgrad des börsennotierten Unternehmens sorge für Bewerbungen aus ganz Deutschland.

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