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Leerstände rund um den Bostalsee – Ferienpark soll Besserung bringen

Die Leerstände rund um den Bostalsee fallen auf. Als Hauptproblem sieht Klaus Simon, Obmann des Hotel- und Gaststättenverbandes im Kreis St. Wendel,  die Nachfolgeregelung. Aber er sieht mit dem Ferienpark Licht am Horizont.

Die Leerstände rund um den Bostalsee fallen auf. Als Hauptproblem sieht Klaus Simon, Obmann des Hotel- und Gaststättenverbandes im Kreis St. Wendel, die Nachfolgeregelung. Aber er sieht mit dem Ferienpark Licht am Horizont.

Das Hotel Gierend in Gonnesweiler kommt unter den Hammer. Der Termin für die Zwangsversteigerung ist für den 9. September, 9 Uhr, beim Amtsgericht St. Wendel angesetzt. Hotel, Restaurant, Imbiss, Sauna, Kegelbahnen, Diskothek, Garagen Grünland – all das wird im Internet (www.zwangsversteigerungsportal.de) mit einem Verkehrswert von 429 588 Euro angegeben. Beim ersten Versteigerungstermin muss mindestens eine Summe in Höhe von 70 Prozent des Schätzwertes geboten werden. Wird kein Käufer gefunden und kommt es etwa ein halbes Jahr später zu einem zweiten Termin, sind es noch 50 Prozent.

Vorausgegangen war das Insolvenzverfahren, das laut Insolvenzverwalter Christoph Görgen, im September 2010 eröffnet wurde. Das Haus stand zum Verkauf, ein Angebot wurde nicht abgegeben. Zunächst gab es noch einen Pächter, aber laut Görgen steht seit August 2012 das Hotel leer. Damit ist es nicht alleine. Im Gespräch mit Nohfeldens Bürgermeister Andreas Veit und Klaus Simon, dem Obmann des Hotel- und Gaststättenverbandes für den Landkreis St. Wendel, fallen den beiden spontan mehrere Gaststätten und Cafés in der Gemeinde Nohfelden ein; unter anderem das Gasthaus Birtel in Selbach, die Seeschenke und das Lokal Donna Anna in Bosen, der Seeblick in Eckelhausen und das Café Krämer in Neunkirchen/Nahe.

Nach Angaben Simons sei das Hauptproblem die Nachfolgeregelung. Entweder gibt es keine Nachkommen; oder sie haben kein Interesse am Gastgewerbe. Denn „gerade in den kleinen Betrieben geht das alles nur mit viel Idealismus“. Tankstellen und kleine Cafés in Supermärkten machten den Gastronomen das Leben schwer, gerade, was den Mittagstisch angeht.

Hinzu komme, dass sich die Struktur gewandelt habe, wie Veit erklärt: Früher gingen viele Bürger morgens in die Kirche und anschließend zum Stammtisch in die Kneipe. Das gebe es heute kaum noch. Auch die klassischen Vereinslokale seien nicht mehr so gefragt wie früher.

Bei diesen Schwierigkeiten sei es logisch, dass viele Nachkommen den elterlichen Betrieb nicht unbedingt übernehmen möchten. Und ein Käufer, so erklärt Simon, müsste sich erst einmal einen guten Namen schaffen. Dafür müsse er investieren. Rechnet man den Kaufpreis des Gebäudes hinzu, kommt gleich eine große Summe zusammen.

Die zweite Gruppe, von denen die Gastronomie in der Gemeinde lebe, seien Touristen – Wanderer oder Naherholungssuchende, sagt Veit. Und zum Glück gebe es noch viele Gaststätten, die gute Qualität in der Gemeinde bieten. Dabei erhoffen sich sowohl Veit als auch Simon positive Impulse durch den Ferienpark, der am 1. Juli eröffnet. Nicht unbedingt in den ersten zwei Jahren, aber dann. Veit rechnet vor: Bei Vollauslastung sind 2500 Gäste im Park. Gehen nur zehn Prozent abends essen, dann sind das 250 Leute. „Das ist schon Potenzial“, sagt Veit. In diesem Zusammenhang wünscht er sich eine kleine Gastronomie rund um den See – ein Lokal ohne viel Personal, das eine kleine, vielleicht regionale Karte oder Besonderheiten anbietet. Er sieht die Pfalz als Vorbild, wo es viele dieser kleinen Wirtschaften gibt. „Da könnte sich auch hier etwas entwickeln“, sagt Veit.

Entwickeln könne sich auch die Liebe zu dieser Region. Veit und Simon stellen sich das so vor: In den Ferienpark kommen überwiegend Familien mit Kindern. Aber was ist, wenn die Kinder erwachsen sind? „Dann erinnern sich die Eltern vielleicht, wie schön es damals im Saarland war, und kommen zurück“, denkt Veit. Und dann übernachten sie wahrscheinlich nicht mehr im Ferienpark, sondern in einem Hotel um den See. Von diesen „Wiederholungstätern“, wie sie Simon nennt, würde dann nicht nur die Gemeinde Nohfelden, sondern auch er mit seiner Parkschenke in Nonnweiler oder Gastronomen in St. Wendel oder dem Umland profitieren. Der Ferienpark werde, da sind sich beide sicher, die Region insgesamt aufwerten und bekannter machen. Konkurrenz fürchtet Simon nicht, im Gegenteil. Er nennt das Beispiel Schwarzwald. Dort gebe es in vielen kleineren Orten auch jede Menge Unterkünfte. Und genau diese Konzentration locke die Besucher an. Dazu Veit: „Es ist nicht so, dass der gleiche Kuchen in kleinere Stücke geschnitten wird; der Kuchen wird einfach größer.“

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