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Lehrer-Gewerkschaft wünscht sich altersgerechte Arbeitsplätze

Von SZ-Redakteurin Ute Klockner

Losheim. Zu viel Optimismus wollte Peter Balnis im Losheimer Seehotel vor dem Landesausschuss der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) nicht verbreiten. „Wir sollten die Gespräche nutzen, um pädagogische und beschäftigungspolitische Verbesserungen herauszuhandeln. Ob das gelingt, weiß ich nicht. Ich rechne durchaus damit, dass die Gespräche scheitern“, sagte der Vorsitzende im Hinblick auf das nächste Gespräch am 1. Dezember zwischen der Landesregierung und den Gewerkschaften über den geplanten Abbau von 2400 Stellen im Öffentlichen Dienst. Nach bislang zwei Gesprächen habe er ein „sehr ungutes Gefühl“. Die GEW lehnt die Schuldenbremse ab.

„Ich nehme der Landesregierung das Versprechen ab, dass sie vorerst nicht an der Bildung sparen will“, sagte Balnis. Das Verhältnis zu Bildungsminister Ulrich Commerçon (SPD) bezeichnete er als gut: „Ich habe einen Minister erlebt, der ein offenes Ohr für die GEW hat.“ Doch seien die Signale aus der Landesregierung „widersprüchlich“: „Finanzminister Toscani hat in seinem Bericht an den Stabilitätsrat der Bundesregierung ausdrücklich erklärt, dass dazu ab 2014 auch Lehrerstellen gehören werden“, sagte Balnis.

Dies habe der Christdemokrat in einem Gespräch mit dem DGB wiederholt. Aus dem Finanzministerium hieß es gestern, eine Stellenkürzung für Lehrer stünde nicht im genannten Bericht. Es verweist auf den schwarz-roten Koalitionsvertrag, der vorsieht, dass trotz sinkender Schülerzahlen das Geld in der Bildung bleibt. Peter Balnis ist nur unter strikten Bedingungen bereit, über das Thema Lehrerstellen zu verhandeln: „Am Ende muss die Schüler- Lehrer-Relation besser sein, sich die Arbeitsbedingungen an Schulen verbessern und die Kooperation mit der Jugendhilfe solide aufgestellt sein.“

Auch den Plänen der Landesregierung, Lehrer erst mit 67 in Pension zu schicken, erteilte der Vorsitzende eine Absage: „Viele sind jetzt davon betroffen, dass sie den Job bis 65 kaum noch aushalten“, sagte er und plädiert daher für ein Gesundheitsmanagement an Schulen, mit einem Konzept für altersgerechte Arbeitsplätze.

Darüber hinaus verabschiedeten die 61 Delegierten, die von den rund 2500 saarländischen GEW-Mitgliedern entsendet wurden, gestern einstimmig ein 15 Punkte umfassendes Positionspapier, in dem sie ihre bildungspolitischen Forderungen für die nächsten vier Jahre festlegten. Mit der „Losheimer Erklärung“ fordern sie Regierung und Schulträger unter anderem dazu auf sich für eine bessere frühkindliche Bildung. Sprachförderung müsse ganzheitlich in den Kita-Alltag eingebettet werden.

Der Fachkräftemangel dürfe nur durch qualifiziertes Personal behoben werden. Alle Grundschulen im Land sollen laut GEW mit einer Konrektorenstelle ausgestattet werden. „Zudem müssen die Anreize erhöht werden, eine Grundschulrektorenstelle zu übernehmen“, sagte Balnis. Die offenen Stellen zu besetzen, sei zunehmend schwieriger. Auch schrieben die Delegierten den Ausbau von Ganztagsschulen, vorrangig der gebundenen, die ein verpflichtendes Nachmittagsangebot haben, fest. Behinderte Schüler sollten in allen Schulformen aufgenommen werden können, alle Schulen im Saarland sollen barrierefrei werden.

Um Lehrer zu entlasten, sprach sich die GEW für eine Klassenstärke von höchstens 20 Schülern an Grundschulen und 25 an weiterführenden Schulen aus. Das abgesenkte Einstiegsgehalt für Lehrer soll wieder zurückgenommen werden.

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