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Licht aus! Saarbrücken soll 200.000 Euro sparen

Von SZ-Mitarbeiter Fabian Bosse

Saarbrücken. Der Staden ist zu dieser Tages- und Jahreszeit zappenduster. Es ist 19 Uhr. Wer sich jetzt hier in Richtung Osthafen bewegt, der hat nur ein Licht am Horizont: das von Scheinwerfern in Szene gesetzte Kraftwerk. Mehr Licht gibt es am Staden nicht, obwohl täglich viele Jogger beide Seiten der Saar als Laufstrecke nutzen. Bei Dunkelheit ein gefährliches Unterfangen.

Ortswechsel. Der Bürgerpark ist nach Einbruch der Nacht ein unheimlicher Ort. Auch hier gibt es keine Laternen. Nur schemenhaft kann man Personen an der Skateanlage erkennen, auf einer Bank erhellt für Sekunden eine Flamme das Gesicht eines Mannes, der sich eine Zigarette anzündet. Wer den Bürgerpark mit dem Rad von der St. Johanner Straße in Richtung Saarufer durchquert, muss höllisch aufpassen, dass er nicht in dem Brunnen landet. 31.500 Lampen in der Stadt

Zwei Orte, ein Problem. Nicht jeder Platz in Saarbrücken ist ausreichend beleuchtet. Müsse auch nicht, sagt Stadtpressesprecher Thomas Blug: „Im Rahmen der Verkehrssicherungspflicht müssen Kommunen nur verkehrsgefährdende Stellen beleuchten. Dazu gehören zum Beispiel gefährliche Straßenkreuzungen und Einmündungen sowie gekennzeichnete Fußgängerüberwege.“ Die Straßenbeleuchtung im Verantwortungsbereich der Landeshauptstadt sei gut.

Doch auch wenn Beispiele wie Bürgerpark, Staden und Leinpfad beim Bürger den Eindruck erwecken, hier könnte noch nachgebessert werden, sagt ein Gutachten genau das Gegenteil. Dort wird die Stadt wegen ihrer „großzügigen Ausstattung mit Straßenbeleuchtung im Bundesvergleich“ sogar kritisiert. 2009 hatte das Land das Gutachten zur Konsolidierung des Stadthaushaltes erstellt und ein jährliches Einsparpotenzial von knapp 200.000 Euro ausgemacht. Man habe der Stadt vorgeschlagen, sagt Blug, die Straßenbeleuchtung außerhalb der Innenstadt für mehrere Stunden auszuschalten.

Die Stadtverwaltung hat das Spargutachten des Landes geprüft. Insgesamt hält sie aber nur ein Einsparpotenzial von 100.000 Euro für realistisch. Seit März 2010 erstellt sie ein Konzept, wie durch Neuorganisation der Straßenbeleuchtung ab 2011 jährlich die Ausgaben um diese Zahl reduziert werden können, sagt Thomas Blug. Die Stadt beleuchtet 659 Kilometer Straßen, Dudweiler mit eingeschlossen. Dabei sind rund 31.500 Glühlampen im Einsatz, die insgesamt 8,2 Millionen Kilowattstunden im Jahr verbrauchen. Zum Vergleich: Ein Durchschnittshaushalt verbraucht etwa 3500 Kilowattstunden im Jahr.

Für mehr Licht fehlt Geld


Die Stromkosten für Straßenbeleuchtung betragen jährlich 1,6 Millionen Euro, die Instandhaltung kostet 1,8 Millionen Euro. Angesichts der Haushaltslage erteilt Thomas Blug einem Ausbau der Stadtbeleuchtung auf Bereiche, an denen es auf Grundlage der Verkehrssicherungspflicht nicht zwingend wäre, eine klare Absage: „Das stünde im krassen Widerspruch zu dem gesetzten Einsparziel.“ Die Verantwortlichen der Stadt gehen zudem davon aus, dass die Kommunalaufsicht des Landes solche Ausgaben nicht zulassen würde.



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