A620 Saarlouis Richtung Saarbrücken AS Ensdorf Gefahr durch defektes Fahrzeug auf dem Standstreifen (10:12)

A620

Priorität: Dringend

14°C
Saarbrücken
weather-Saarbrücken
14°C
Saarbrücken
weather-Saarbrücken

Liebesaffäre im Knast! Beamtin droht Entlassung

Saarlouis. Ganz schlechte Karten hat offenbar eine Justizvollzugsbeamtin vor dem Verwaltungsgericht Saarlouis. Die Frau war Ende 2008 vorläufig des Dienstes enthoben worden, nachdem ihre intime Beziehung zu einem Häftling bekannt geworden war. Sie klagte gegen die vorläufige Suspendierung - ohne Erfolg. In einem jetzt veröffentlichten Beschluss stellte das Verwaltungsgericht eindeutig klar: Eine Beamtin, die sich freiwillig mit einem Inhaftierten ein- und später dafür erpressen lässt, riskiert ihren Arbeitsplatz.

Kommt der Rauswurf?

Sollte sich im konkreten Fall der Verdacht bestätigen, dann werde die Frau aus dem öffentlichen Dienst wohl entfernt werden müssen. Von daher sei ihre vorläufige Suspendierung bis zum Abschluss der Angelegenheit nicht zu beanstanden.

Zum Stand der Ermittlungen in dem Disziplinarverfahren gegen die Beamtin stellten die Richter fest: Die Frau habe von Februar/März bis Oktober 2008 ein Verhältnis mit dem Gefangenen gehabt. Es habe mit Briefen, Zärtlichkeiten und Küssen begonnen. Sie habe das Ganze geheim gehalten. Schließlich sei es zu sexuellen Kontakten bis hin zum Geschlechtsverkehr gekommen. Nach Aussage der Frau sei das Verhältnis zunächst bis Mitte des Jahres einvernehmlich gewesen.

Ab Oktober aber sei es zu den sexuellen Handlungen gekommen. Der Mann habe sie massiv unter Druck gesetzt. Es sei ihr nicht gelungen, sich aus der Beziehung zu befreien, dadurch dass sie dem Mann ihre Gunst gewährt. Erst danach offenbarte sie sich einer Vorgesetzten.

Fazit der Richter: Die Frau habe sich wohl schwerer innerdienstlicher Vergehen schuldig gemacht. Sie habe die gegenüber Gefangene notwendige Zurückhaltung in gravierender Weise nicht gewahrt und sei eine für sich und andere in der Justizvollzugsanstalt gefährliche Beziehung eingegangen. Sie habe sich mit dieser Beziehung zudem erpressen lassen. Dabei hätte sie all dies mit einer Meldung an Vorgesetzte vermeiden können.

Nicht zu rechtfertigen

Diese hätte nach Ansicht der Richter schon zu Anfang des Verhältnisses im Februar/März erfolgen müssen. Auch wenn die Frau damals tatsächlich in den Häftling verliebt gewesen sein sollte, rechtfertige dies nicht ihr Tun. Sie sei gut genug ausgebildet, um die Risiken zu kennen. Es hätte die Möglichkeit gegeben, ihr eine andere Tätigkeit zuzuweisen.

Das gelte erst Recht für die Zeit bis Ende Oktober. Von Mitarbeitern im Strafvollzug müsse erwartet werden, das sie sich nicht in Situationen bringen, in denen sie erpressbar werden. Insgesamt habe die Frau ihre Dienstpflichten voraussichtlich in so gravierender Weise verletzt, dass sie mit einer Entlassung aus dem öffentlichen Dienst rechnen müsse (Az.: 7 L 23/09).
wi
Hat dir dieser Artikel gefallen?
Ja Nein