L125 Neunkirchen Richtung Saarbrücken-Johannisbrücke Kreuzung Neunkirchen-Sinnerthal Vollsperrung, Bauarbeiten bis 01.05.2018, eine Umleitung ist eingerichtet Die Sperrung erfolgt aufgrund von Sanierungsarbeiten am Brückenbauwerk und der Fahrbahn im Bereich "Plättches Dohle" (18.04.2017, 10:58)

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Lindy Hop: Ein Swingtanz erobert Saarbrücken

Die großen Spiegel im Tanzstudio Pyramide sind an diesem Winternachmittag vor lauter Hitze längst beschlagen, die Stimmung ist prächtig. „Shake that thing“, tönt eine Jazzband aus dem Lautsprecher, und die 40 Männer und Frauen lassen sich nicht lange bitten.

Her mit einem Partner, ein wenig in den Knien nachgeben und schon wirbeln sie herum und „swingen“ in den Hüften. Lindy Hop heißt der Tanzstil, dem die Paare hier frönen. Er stammt aus den 30er Jahren. Damals, als Bigbands noch Jazzmusik spielten, zu der man gut tanzen konnte, brachte er in amerikanischen Ballrooms Massen auf die Beine. Bis die Nazis ihn verboten, hatte er auch in Deutschland viele Fans und seine eigene „Szene“. Seit den 60er, 70er Jahren erlebt er ein weltweites Revival.

Jetzt hat die neue Lust am Lindy Hop auch Saarbrücken erobert. „Wir haben hier so um die 200 Leute, die sich regelmäßig zum Swingtanzen treffen“, sagt Niklas Taffner. Der 24-jährige Saarländer und seine Schwester Jovanna, 29, die den Lindy Hop in einer St.Wendeler Tanzschule kennenlernten, sind inzwischen echte Profis. So trat Nik Taffner etwa 2014 in einer Heiner-Goebbels-Produktion bei den Ruhrfestspielen auf und coachte Iris Berben und Anna-Maria Mühe für einen ARD-Film.

Zu zweit starten die Taffners bei internationalen Wettkämpfen und sorgen mit ihren Tanzkursen dafür, dass auch in Saarbrücken die Lindy-Hop-Szene ständig wächst. „Angefangen hat es 2008, als uns Jovanna in unserer WG die ersten Schritte beibrachte“, erinnert sich ihre ehemalige Mitbewohnerin Julia, 29. „Weil immer mehr Leute kamen und der Platz nicht ausreichte, sind wir erst in ein größeres Wohnzimmer und dann in den Jazzkeller“, erzählt die Swingtanz-Begeisterte.

Heute geben Jovanna und Nik Taffner regelmäßig an fünf Orten in Saarbrücken Kurse, in denen nach einem Wochenend-Einsteigerkurs und einem Kurz-Coaching jeder mitmachen kann. Um die 60 Fans strömen in der Regel zu den Sonntags-Tanztees im Studio Pyramide. „Die jüngsten sind 20, die ältesten um die 60, von Ärzten bis zu Anstreichern und Studenten alles bunt gemischt“, sagt Nik Taffner.

Manche haben stilechte Tanzkleider oder Anzüge der 30er Jahre, andere swingen in Sneakers und Jeans. Und was ist nun der besondere Reiz am Lindy Hop? „Es geht nicht darum, steife Figuren zu tanzen, sondern seine Persönlichkeit einzubringen“, steht für Julia fest. Und er mache gute Laune. „Es ist wie ein Virus, einmal infiziert, kommt man nicht mehr los“, sagt eine 30-Jährige, die mit ihrem Freund zum Tanztee aus Metz angereist ist. Ihr Freund nickt. Für Lindy Hop fahre man überall hin. Als Nächstes wollen die beiden bis nach Köln.

 

Zum Thema:
Der Tanzstil Lindy Hop entstand in den USA. Der Name ist angeblich eine Anspielung auf Charles Lindberghs „Hop“ über den Großen Teich, den ersten Nonstop-Flug New York – Paris. Er ist eng verwandt mit dem Charleston und wird heute oft als Oberbegriff für Swingtanz verwendet. Heutzutage tanzt man ihn nicht mehr nur zum typischen Bigbandjazz à la Duke Ellington , sondern zu jeglicher swingartiger Musik. Hier treffen sich die Fans von Lindy Hop in Saarbrücken : Jeden Donnerstag ab 21 Uhr: Social Dance (Tanzabend) im Casino Restaurant am Staden, Bismarckstraße. Alle zwei Wochen sonntags 15 bis 18 Uhr: Tea-Dance mit Kaffee und Kuchen im Tanzstudio Pyramide, Försterstraße 12. sbunikandjovanna.com
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