A8 Neunkirchen Richtung Saarlouis Zwischen AS Schwalbach/Schwarzenholz und AS Schwalbach Dauerbaustelle, Arbeiten am Mittelstreifen, linker Fahrstreifen gesperrt bis 28.10.2017 16:00 Uhr Zweiter Fahrstreifen auf Standspur eingerichtet. (26.05.2017, 13:53)

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Liqui Moly-Chef: Wir bauen das Tanklager

Herr Prost, werden Sie das Tanklager im Hafen Saarlouis bauen? Und wenn Sie weiter die Absicht haben: wann?

Prost: Selbstverständlich werden wir das Tanklager bauen. Dafür haben wir gekämpft und vor Gericht Recht bekommen. Bei Méguin benötigen wir das Tanklager dringend, um extreme Preissteigerungen bei Rohstoffen, wie wir sie aktuell verzeichnen, besser abfangen zu können.
Wir möchten so schnell wie möglich mit dem Bau beginnen, aber die Unsicherheit während der juristischen Auseinandersetzung mit der Stadt Saarlouis hat dazu geführt, dass wir sämtliche Zeitpläne überarbeiten, neue Angebote einholen und Kostenrechnungen erstellen müssen.

Sie bauen eine Fabrik in Rostock. Was soll dort hergestellt werden? Und hat ein Werk in Rostock mittelfristig Auswirkungen auf das Werk in Fraulautern?

Prost: In Rostock soll neben Ulm und Saarlouis ein drittes Werk errichtet werden. Seit Jahren wachsen Méguin und Liqui Moly, aktuell um rund 25 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Damit wir für die Zukunft gerüstet sind, investieren wir 20 Millionen. Euro an der Ostsee. Nur so können wir in gefordertem Maße produzieren. In Saarlouis sind wir bei 65 Millionen Litern Jahresleistung angelangt und haben nur noch geringen Erweiterungsspielraum, der in spätestens zwei Jahren erschöpft sein wird. Insofern hat es auf das Werk in Fraulautern keine Auswirkungen.
Das dritte Werk stellt eine Ergänzung dar. Rostock war bis zur Wende der Ölhafen der DDR. Dort ist die grundlegende Infrastruktur zur Produktion von Motorenöl vorhanden. Die Standortwahl hat logistische Gründe, die sich wiederum ökologisch auswirken. Inzwischen liefern wir in mehr als 90 Länder rund um den Globus. Wenn wir allein nur die Mengen für den Übersee-Export im Hafen herstellen, sparen wir ungeheure Transport- und Logistikkosten.
Das wiederum spart Kraftstoff- und Energiekosten sowie enorme Mengen an Kohlendioxid. Denn die Rohstoffe müssen nicht mehr zuerst von den großen Häfen an Nord- und Ostsee ins Landesinnere gefahren und die Fertigwaren wieder zurück quer durchs Land gekarrt werden.

Wenn Sie den Behörden-Gang in Saarlouis mit dem in Rostock vergleichen, zu welchem Ergebnis kommen Sie?

Prost: Man fühlt sich als Wanderer zwischen den Welten. In Saarlouis wurden wir von Teilen der Stadtpolitik quasi als Brunnenvergifter gebrandmarkt, obwohl wir stets auf modernste Technik und Schutzmechanismen für die Umwelt Wert gelegt haben.
Ein völlig anderes Bild in Mecklenburg- Vorpommern: Die Rostocker empfingen uns mit offenen Armen. Das merkt man schon daran, dass einem alle Entscheidungsträger bis hoch zum Ministerpräsidenten Interesse entgegenbringen und ein offenes Ohr haben. Dort macht die Politik ihre Sache gut, weil sich alle der Wichtigkeit von Arbeitsplätzen bewusst sind. Elf Prozent Arbeitslosenquote sind kein Zuckerschlecken. Wir wollen rund 100 Menschen eine Stelle geben.

Was gibt es Neues aus dem Méguin-Werk Fraulautern?

Prost: Im November verzeichnet Méguin eine Umsatzsteigerung von 32,7 Prozent. Wir fahren Sonderschichten und stellen Leute ein, sechs waren es zwischen Januar und Oktober. Aktuell arbeiten bei Méguin 177 Menschen.



HINTERGRUND

Liqui Moly (Sitz in Ulm) produziert in Saarlouis- Fraulautern Mineralöle für Automotoren. Anfang des Jahres erstritt das Unternehmen gerichtlich das Recht, Tanks im Hafen Saarlouis zu bauen. Die Stadt Saarlouis wollte dies mit Blick auf Trinkwasserschutz verhindern. Die Auseinandersetzung wurde teilweise erbittert geführt. we 
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