A620 Saarbrücken Richtung Saarlouis AS Saarlouis-Mitte Baustelle, Ausfahrt gesperrt bis 22.12.2017 16:00 Uhr (13.11.2017, 11:43)

A620

Priorität: Dringend

4°C
Saarbrücken
weather-Saarbrücken
4°C
Saarbrücken
weather-Saarbrücken

Lösung gesucht: Wohin mit dem saarländischen Biomüll ?

Die Zukunft des saarländischen Biomülls ist nach wie vor ungewiss.

Die Zukunft des saarländischen Biomülls ist nach wie vor ungewiss.

Saarbrücken. Die Zukunft des saarländischen Biomülls ist nach wie vor ungewiss. Seit Schließung der Vergärungsanlage in Wadern-Lockweiler sucht der Entsorgungsverband Saar (EVS) nach neuen Konzepten für die saarländische Biomüll-Entsorgung. Vor 2012 sei mit keiner endgültigen Entscheidung zu rechnen, sagte EVS-Geschäftsführer Heribert Gisch der Saarbrücker Zeitung.

Bau einer Vergärungsanlage genehmigt

Als das derzeit „fortgeschrittenste Projekt“ für eine saarländische Lösung bezeichnete Gisch den Standort in Völklingen-Fürstenhausen. Dort habe das hiesige Umweltministerium neben der zur Zeit umstrittenen Meeresfischzuchtanlage den Bau einer Vergärungsanlage mit einer Kapazität von 60 000 Tonnen Biomüll genehmigt. Dort könnte eine Tochtergesellschaft der Stadtwerke Völklingen die Anlage bauen. Diesem Vorhaben stünden laut Gisch zwei Gründe entgegen. Erstens: Anteilseigner an der Tochtergesellschaft der Völklinger Stadtwerke ist ein privates Energieunternehmen – das schließt eine rein kommunale Lösung aus. Zweitens: die städtisch-private Tochtergesellschaft wird wegen des hohen Investitionsaufwands nicht einen auf sieben bis acht Jahre befristeten Vertrag abschließen. Für den Fall, dass die Vertragspartner, der EVS auf der einen und etwa die Stadtwerke „xy“ auf der anderen Seite, zu 100 Prozent in öffentlich-kommunaler Hand seien, sei der Verband nicht verpflichtet, auszuschreiben. Rechtliche Legitimation dafür gebe ein Urteil des Europäischen Gerichtshofes in Luxemburg vom Juni vergangenes Jahres, sagte Gisch.

Sollte kein kommunal-saarländischer Lösungsweg gefunden werden, so muss der EVS, nach einer EU-Vergaberichtlinie aus dem Jahr 2004, die landesweite Biomüllmenge von 50 000 Tonnen in den EU-Ländern zur Verwertung ausschreiben. „Sollte es dazu kommen, haben wir aber keinen Einfluss mehr darauf, wer bei der Ausschreibung den Zuschlag erhält“, betonte Gisch. Den Zuschlag für den Auftrag der Entsorgung des saarländischen Biomülls bekäme dann jenes Unternehmen, das die günstigsten Preise anbiete, so Gisch.

Umweltmeffizientes Bioabfallkonzept umsetzen

inisterin Simone Peter plädiert für eine energetische Verwertung des Biomülls im Saarland, ließ sie auf  Anfrage mitteilen. Für eine kommunal-saarländische Lösung würden die kurzen Wege, die klimafreundliche Energiegewinnung und die Verbesserung der Kohlendioxid-Bilanz des Saarlandes sprechen. Laut Abfallwirtschaftsplan, der kürzlich aufgelegt wurde, vertritt darin die saarländische Landesregierung die Auffassung, dass Bioabfälle „ortsnah“ energetisch verwertet werden sollen. Die Kommunen und der EVS, heißt es in dem Plan, stünden quasi in der Pflicht, ein „effizientes Bioabfallkonzept umzusetzen“.

BUND-Landeschef Christoph Hassel begrüßte die Stilllegung der Biomüll-Vergärungsanlage in Wadern-Lockweiler. Die ausgediente Anlage habe zu hohe Kosten verursacht und die eingesetzte Nassvergärungs-Technik habe sich als „unausgereift“ herausgestellt.
 
„Die Kommunen sollten sich für eine ökologisch-energetische Nutzung in der Region stark machen“, forderte Hassel.

Hintergrund

Der Entsorgungsverband Saar (EVS) hatte Ende Mai den Betrieb der Vergärungsanlage in Wadern-Lockweiler wegen der hohen Betriebskosten, Problemen mit der Vergärungstechnik und ihrer zuletzt akut gewordenen Sanierungsbedürftigkeit eingestellt. Seither lässt der EVS den Biomüll saarländischer Haushalte in Thüringen, Bayern, Baden-Württemberg und Sachsen entsorgen. bera

Hat dir dieser Artikel gefallen?
Ja Nein