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Losheims Rat stimmt Windrädern auf dem Judenkopf erneut zu

Ginge es nach den Mitgliedern des Losheimer Gemeinderates, könnten sich schon bald die fünf knapp 200 Meter hohen Windräder auf dem Judenkopf drehen. In einer Sondersitzung am Donnerstagabend bekräftigten die Fraktionen zum zweiten Mal einstimmig den Beschluss zum Bau des Windparks – unter den kritischen Blicken von rund 30 Gegnern des Projektes aus Greimath.

Die Bürgerinitiative (BI) „Pro Natur Hochwald“ will die Windräder mit aller Macht verhindern und wirft den Losheimern Formfehler vor, die nicht zu heilen seien. Einer ihrer Kritikpunkte: Die Zustimmung des Ortsrates Britten zum Bebauungsplan sei fehlerhaft gewesen. Dagegen ist nach Ansicht der Losheimer der Fehler durch die Wiederholung der Beschlüsse auf jeden Fall rückwirkend ausgemerzt.

 Kurz vor der Ratssitzung hatte der Britter Ortsrat erneut über das Thema diskutiert und hatte nach Aussagen von Ortsvorsteher Günter Ludwig – wie schon in seiner Sitzung Ende März – unisono ja zu dem Projekt gesagt. „Besser und umfassender konnten wir nicht informiert werden“, sagte der SPD-Politiker in der Ratssitzung, zumal neben den Informationen im Frühjahr die Internetseite des Planungsbüros geöffnet worden sei – „mit allen wichtigen Verfahrensunterlagen, der Begründung zum Bebauungplan, dem Umweltbericht und den Fachgutachten“. Rechtssicherheit nannte Gemeinde-Beigeordneter und Sitzungsleiter Norbert Müller als Grund für den erneuten Gang durch die beiden Gremien.

Der Rat hatte nach Müllers Worten in der Sitzung am 21. Februar den Weg für den Windpark bei Britten frei gemacht. Dagegen hatte die Ortsgemeinde Greimerath Widerspruch eingelegt. Begründet wurde dies mit der Unwirksamkeit des Bebauungsplanes, der sich im Wesentlichen auf einen Verfahrensfehler stützt – die nachträgliche Zustimmung des Ortsrates von Britten. Nach Auffassung der Verwaltung wurden die Rechte des Ortsrates gewahrt. Begründung: Der Gemeinderatsbeschluss erfolgte nach Müllers Aussagen unter Vorbehalt der Zustimmung des Ortsrates. Bekannt gemacht wurde die Satzung erst nach der Zustimmung des Ortsrates und nach positiver Prüfung durch die Genehmigungsbehörde. Müller weiter: „Von der Verwaltung wird derzeit eine dezidierte Stellungnahme für das Gericht erstellt.“

Denn die benachbarte Ortsgemeinde aus Rheinland-Pfalz habe mit einem Eilantrag das Verwaltungsgericht in Saarlouis angerufen, wie Bernhard Schmitt und Rainer Schmitt von der BI nach der Sitzung sagten. Auch das Oberverwaltungsgericht sei damit befasst. Was die Gegner als Argument ins Feld führen: die alten Stollen am Judenkopf, die wegen der Arbeiten am Windpark einzustürzen drohen. Dabei beruft sich die BI auf ein Gutachten des Landesamtes für Geologie und Bergbau in Mainz. „Das ist ein unsicherer Standort, der genauer untersucht werden muss, bevor die Windräder gebaut werden.“ Und dies hätten die Saarländer nicht getan.

Zudem sind die BI-Mitglieder der Meinung, dass die Windräder eine große Gefahr für die Tier- und Pflanzenwelt darstellen, auch das Landschaftsbild verschandelten. „In Sachen Naturschutz ist ebenfalls fehlerhaft untersucht worden“, sind sich Bernhard und Rainer Schmitt einig. Für die Losheimer fest: Der etwaige Verfahrensfehler ist nachträglich geheilt. Nach Einschätzung des Landesamtes sei eine Beeinflussung der Stollen durch den Bau unwahrscheinlich. Daher gab der Rat grünes Licht für das Projekt.


Auf einen Blick
Auf dem saarländischen Teil des Judenkopfs will eine Investorengemeinschaft fünf Räder aufstellen. Ihr gehören die TWL, die VSE und Familie von Boch an. Ein Rad soll sich auf den Flächen der Gemeinde Losheim am See drehen.
 Vier Anlagen würden sich auf dem Privatwaldbesitz der Familie von Boch befinden. Davon gibt die Unternehmerfamilie laut von Boch ein Rad zum Betrieb an VSE und TWL ab.
 Die Windräder sollen eine Gesamthöhe von jeweils knapp 200 Metern haben. Der Abstand zum nächsten Wohnhaus in Greimerath beträgt 1,8 Kilometer. red


 
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