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Ludwigspark: Erste Hinweise auf Verteuerung schon im Herbst

So soll das in den 1950er Jahren gebaute Ludwigsparkstadion aussehen, wenn es saniert ist. Nach den derzeitigen Plänen sind 20 Millionen Euro vorgesehen.Computerdarstellung: GMP/Schlaich Bergerman&Partner

So soll das in den 1950er Jahren gebaute Ludwigsparkstadion aussehen, wenn es saniert ist. Nach den derzeitigen Plänen sind 20 Millionen Euro vorgesehen.Computerdarstellung: GMP/Schlaich Bergerman&Partner

16 Millionen Euro – mehr sollte und durfte die Sanierung des Saarbrücker Ludwigsparkstadions partout nicht kosten. Der Geschäftsführer der 2013 von Stadt und Land gegründeten Projektgesellschaft, Jürgen Schäfer, ein erfahrener Mann, sagte 2014 in einem SZ-Interview: „Ich stehe mit meinem guten Ruf dafür ein, dass das Stadion nicht teurer wird.“

Doch spätestens im September 2015 deutete sich an, dass die 16 Millionen nicht reichen werden. Am 30. September beriet der Aufsichtsrat der Projektgesellschaft über eine „Kostenschätzung nach Kostenoptimierung und mit Einsparvorschlägen“. Obwohl bereits hunderttausende Euro etwa bei der Vorfläche West und der Victor's-Tribüne gekürzt wurden, standen unter dem Strich immer noch 18 Millionen Euro – netto. Dies zeigen Unterlagen aus dem Saarbrücker Rathaus, die der SZ vorliegen.

Nach dieser Kostenschätzung legte das Architektenbüro Gerkan Marg und Partner dann Ende 2015 eine Kostenberechnung vor. Mit Stand vom 17. Dezember kam nun sogar ein Nettobetrag von 23,1 Millionen Euro heraus – mehr als sieben Millionen Euro über dem ursprünglichen Plan, ein Plus von 44 Prozent. Teurer im Vergleich zur Schätzung vom September wurden zum Beispiel Notstrom, Löschwasserversorgung, Video-Überwachung, Brandschutz und nicht näher erläuterte Honorare.

Da 23,1 Millionen Euro finanziell und politisch völlig indiskutabel gewesen wären, wurde wieder „optimiert“. Unter anderem wurde am Ausbau der Vorfläche West, am Innenbereich des Stadions, an der Victor's-Tribüne und an der Westtribüne gespart. So errechnet sich nun der Betrag von 19,7 Millionen Euro , um den es mittlerweile geht. Die knapp 20 Millionen liegen aber immer noch vier Millionen über dem ursprünglichen Budget von 16 Millionen.

Interessant: Die Stadt scheint fest davon auszugehen, dass das Land diese vier Millionen übernehmen wird. In den Unterlagen der Stadt wird eine „Nachfinanzierung Land“ in Höhe von vier Millionen Euro genannt. Dabei, so teilte das Innenministerium wortkarg mit, sei der „interne Abstimmungsprozess“ noch am Laufen.

Dafür melden sich nun andere zu Wort. Claus Hoppstädter, Mitglied im Aufsichtsrat von Fußball-Oberligist Borussia Neunkirchen , sagte der SZ, dass die Stadt Neunkirchen im Jahr 2002 eine Zusage des Landes über eine Million Euro zur Sanierung des Ellenfelds erhalten habe. Geflossen seien damals am Ende aber nur um die 500 000 Euro . „Mir geht es um die Gleichbehandlung“, sagte Hoppstädter. Sprich: Wenn das Land nun mehr Geld als ursprünglich geplant in den Ludwigspark investieren muss, soll das Ellenfeldstadion nicht vergessen werden.

Die Stadt Saarbrücken wollte sich nicht zu konkreten Zahlen äußern. „Wir haben den Umbau des Ludwigsparkstadions intensiv vorbereitet und geplant“, teilte Sprecher Robert Mertes lediglich mit. Die beteiligten Büros für Architektur, Tragwerksplanung und technische Gebäudeausrüstung seien „deutschland- und europaweit renommiert im Stadionbau“. Mertes: „Nach der inzwischen abgeschlossenen Entwurfs- und Genehmigungsplanung gehen wir davon aus, dass wir den Umbau mit einer Kapazität für rund 16 000 Zuschauer mit dem Budget von 20 Millionen Euro bewerkstelligen können.“

Noch klarer legte sich der SPD-Fraktionschef im Saarbrücker Stadtrat, Peter Bauer, fest, der auch dem Aufsichtsrat der Projektgesellschaft angehört. „Ich bin sicher, dass wir die neue Gesamtsumme von 20 Millionen Euro halten werden, vielleicht auch noch etwas darunter bleiben“, schrieb Bauer gestern in einer Pressemitteilung. Dafür bekomme man „ein sehr ordentliches und modernes Stadion, für das sich Stadt und Land nicht mehr schämen müssen“. Er wies den Vorwurf der „Salamitaktik“ bei der Veröffentlichung der Kosten zurück. Alle Beteiligten hätten „immer großen Wert darauf gelegt, Öffentlichkeit und Rat über alle neuen Entwicklungen zu informieren“.
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