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Luxair-Absturz: Waren Technik-Probleme bekannt?

Luxemburg. Knapp neun Jahre nach dem Absturz einer Maschine der Fluggesellschaft Luxair mit 20 Toten bei Luxemburg hat die juristische Aufarbeitung des Falls begonnen. Vor dem Bezirksgericht Luxemburg müssen sich seit gestern der Pilot, drei ehemalige Manager des Unternehmens, zwei frühere Mechaniker und ein ehemaliger Technischer Direktor verantworten. Ihnen wird fahrlässige Tötung, Körperverletzung sowie Verstöße gegen die Regelungen zum Flugverkehr vorgeworfen. Vertreter der Nebenkläger fordern mehrere zehntausend Euro Schadensersatz für die Hinterbliebenen der Opfer.

Massive technische Probleme

Die aus Berlin-Tempelhof kommende Fokker 27 Mark 050 – eine Modellvariante der Fokker 50 – war am 6. November 2002 beim Landeanflug 3,5 Kilometer vor dem Flughafen von Luxemburg-Stadt abgestürzt. 20 der 22 Passagiere kamen dabei ums Leben, darunter 15 Deutsche, vier Luxemburger und ein Franzose.

In der Verhandlung am Montag wurde unter anderem deutlich, dass es vor dem Absturz der Maschine bei schlechter Sicht offenbar massive technische Probleme beim Anflug auf den Flughafen gegeben hatte. Dem Hersteller des Flugzeugs waren solche Probleme bei anderen Maschinen dieses Typs offenbar bekannt, wie ein technischer Sachverständiger vor Gericht aussagte.

Zur Unglückszeit konnte der Pilot nach Angaben des Gutachters zwischen 250 und 300 Meter weit sehen, eine freie Sicht zum Boden habe es auf Grund einer Wolke nicht gegeben. Die Maschine musste deshalb den ersten Landeversuch abbrechen und noch einmal durchstarten. Beim zweiten Versuch seien dann widersprüchliche Meldungen des Towers sowie technische Störungen erschwerend hinzugekommen.

Einstellungen ohne Zutun des Piloten verändert

Es habe ein Problem mit den Bremsen gegeben sowie ein Problem mit dem elektronischen Steuersystem, das ohne das Zutun des Piloten während des Fluges Einstellungen verändert habe, führte der Flugzeugexperte aus.

Dem Gutachter zufolge war dem Flugzeughersteller bekannt, dass es solche Probleme geben konnte. Bereits im August 1992 habe das Unternehmen den Fluggesellschaften geraten, „freiwillig Verbesserungen“ an den Maschinen vorzunehmen. „Das heißt doch, machen sie was sie wollen, wir waschen unsere Hände in Unschuld“, fasste der Vorsitzende Richter zusammen.

Für den Luxair-Prozess, der in den drei Landessprachen Luxemburgisch, Deutsch und Französisch stattfindet, sind 24 Verhandlungstage angesetzt. Wegen einer Reihe von Klagen, Beschwerden, Befangenheitsanträgen und Berufungen war der Prozessbeginn immer wieder verzögert worden. Im Falle einer Verurteilung drohen den sieben Beschuldigten zwischen sechs Monaten und fünf Jahren Haft.

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