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Luxemburg: Finanzkrise erreicht auch Großherzogtum

Luxemburg. In Zukunft wird es für Arbeitnehmer aus dem Saarland, aus Rheinland-Pfalz und Ostlothringen schwieriger werden, in Luxemburg einen Arbeitsplatz zu finden, als dies bislang der Fall war. Der Grund: Die internationale Wirtschafts- und Finanzkrise hat auch im Großherzogtum ihre Spuren hinterlassen. Zwar ist der Finanzplatz nicht in Gefahr, ein Vergleich mit Irland ist unsinnig, weil das kleine Land im Zentrum Europas über Jahrzehnte wirtschaftlich kontinuierlich kräftig gewachsen und solide finanziert ist.

Doch muss Luxemburg den internationalen Wirtschafts-, Währungs- und Finanzturbulenzen Tribut leisten. Denn das regelmäßig über dem europäischen Durchschnitt liegende Wirtschaftswachstum wird sich vermindern, auch wenn in diesem Jahr mit gut drei Prozent Plus bei der gesamtwirtschaftlichen Leistung zu rechnen ist.

Einschnitte sind vor allem im Finanzsektor zu erwarten. Bereits im laufenden Jahr haben Banken, Fonds und andere Finanzdienstleister die Zahl ihrer Mitarbeiter zurückgeführt. Der Trend dürfte anhalten, wie zum Beispiel die KPMG, eines der großen Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmen in Europa, vermutet.

So ist die Zahl der Arbeitsplätze am Finanzplatz Luxemburg seit 2008 deutlich zurückgegangen, auch wenn es sich um einen schleichenden Rückgang handelt. Das Minus liegt seit 2008 bei fast 1100, und eine beträchtliche Zahl von Bankern befindet sich noch in einem Sozialplan, wodurch noch laufende Zahlungen garantiert sind, so dass die Arbeitsplätze die Statistik noch nicht belasten. Beispiele dafür sind die Sozialpläne von Unicredit und Dresdner Bank.



KPMG-Partner Walter Koob sieht mit der schwächeren Entwicklung den Finanzplatz Luxemburg nicht in Gefahr, doch müsse wohl davon ausgegangen werden, dass es in Zukunft keinen nennenswerten Anstieg der Mitarbeiterzahlen in diesem Wirtschaftssektor mehr geben wird.

Zum einen bleibe angesichts der konjunkturellen Entwicklung eine gewisse Unsicherheit für die Branche. Zum anderen sei mit Konsolidierungsprozessen im Bankensektor zu rechnen. Die Geldinstitute würden ihre Konzernfunktionen zentralisieren. Auch eine Auslagerung in Länder mit niedrigeren Löhnen sei denkbar, um dem wachsenden Kostendruck zu entgehen.

Hintergrund


Im Jahr 2010 six nd in Luxemburg fast 26.300 Mitarbeiter bei den Banken beschäftigt. Gegenüber dem Vorjahr bedeutet dies ein minus von 0,5 Prozent. Bei den Fonds sind es noch gut 2230 Beschäftigte. Der Rückgang beträgt 3,2 Prozent. Die Zahl der Gewerbetreibende des Finanzsektors konnte dagegen leicht um 1,4 Prozent auf 13.390 zulegen.
pr
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