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Luxemburg: Mord und Totschlag im Museum

Luxemburg. „Wen darf ich töten?“ In drei Sprachen prangt diese Frage am Eingang zum Historischen Museum der Stadt Luxemburg, das zurzeit die eigene Schau „Mord und Totschlag. Eine Ausstellung über das Leben“ zeigt. Direkt darunter steht eine Guillotine aus dem 18. Jahrhundert. Martialisch? Ein wenig. Und diese „Installation“ kitzelt spontan die innere Antwort heraus: Niemanden. Niemals. Natürlich!

Natürlich? Spätestens eine Stunde, zwei Etagen und diverse Ausstellungsstationen danach relativiert sich der Gedanke, wenn in einem der letzten Räume der Besucher aufgefordert wird, darüber nachzudenken, in welchem Fall er einen Mord begehen würde. Acht Glasurnen stehen da mit unterschiedlichen Motiven, in die man eine Karte einwirft: So wird für alle Besucher eine Art Rangliste der Mordmotive sichtbar. Würden Sie den Mörder eines geliebten Menschen töten? Würden Sie aus Eifersucht töten? Aus Notwehr? Würden Sie einen Tyrannen beseitigen? Oder sich selbst, wenn Sie an einer unheilbaren Krankheit litten? In jedem dieser Kästen liegen Zettel, in manchen mehr, in manchen weniger. Hier zeigt sich, wie abhängig die Einstellung zum Töten von der jeweiligen Gesellschaft ist – je mehr Menschen einen Grund nachvollziehbar finden, desto akzeptabler scheint er zu werden. Hm. Beängstigend.
In insgesamt 15 Räumen beschäftigt sich die Schau mit den unterschiedlichsten Aspekten rund um Mord und Totschlag und immer stehen Fragen im Mittelpunkt: Von „Ist Töten gottgefällig?“ über „Amok – Kurzschluss oder geplanter Showdown?“ bis „Freitod, Euthanasie und Abtreibung: Mord oder selbstbestimmter Umgang mit dem Leben?“ Allerdings sind die Fragen weder speziell noch provokativ noch reichen sie tief oder umfassen viele Argumente. Fast alle wurden schon in unserer Gesellschaft offen diskutiert. So gleicht die multimedial aufwändig gestaltete und mit diversen Exponaten bereicherte Ausstellung fast einer Stoffsammlung, bei der man versucht hat, bloß nichts zu vergessen.

Und da kommt dann manches zu kurz. Beispielsweise dem Thema Todesstrafe sind sage und schreibe dreieinhalb Zeilen gewidmet. Die wichtige Frage „Wenn ein Richter eine Todesstrafe ausspricht, ist er dann nicht auch ein Mörder?“ blinkt vor dem Ausgang in einem Lichtkreis vor sich hin. Und die aktuelle Diskussion um den Freien Willen und ob es überhaupt Schuldfähigkeit geben kann, ist mit sieben Zeilen angerissen. Dann doch besser ganz weglassen.

Die Ausstelung ist zu sehen bis 28. März 2010,  täglich geöffnet (außer montags). 
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