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Luxemburg kämpft gegen Drogenproblem

Luxemburg. Geschichten wie die von Véronique N. gibt es viele im Großherzogtum. Das Leben der Frau ist seit ihrer Jugend von Drogen bestimmt. Mit 17 nimmt sie Reißaus von Zuhause und lebt elf Jahre lang auf der Straße. „Mit Heroin wärmte ich meinen Körper. Im Rausch erlebte ich das Gefühl der Geborgenheit, das ich so sehr vermisste. Ich ging anschaffen, um meine Sucht zu finanzieren“, sagt die 29-Jährige. Zu ihren Eltern hat Véronique keinen Kontakt mehr.

Mike T. als Ersatzfamilie

Ihre Ersatzfamilie ist der 31- jährige Mike T. Die Biographie des jungen Mannes ist – ähnlich wie bei Véronique – geprägt von mangelnder Fürsorge, er war sich selbst überlassen.

Luxemburg hat ein Drogenproblem. In puncto schwerer Heroinabhängigkeit liegt das Großherzogtum an der Spitze Europas. Dem Gesundheitsministerium zufolge gibt es derzeit im gut 500 000 Einwohner zählenden Luxemburg 2500 Drogenabhängige. Zum Vergleich: Im Bundesgesundheitsministerium schätzt man, dass in Deutschland, das mit etwa 80 Millionen etwa 160 Mal mehr Einwohner hat, 150 000 bis 200 000 Menschen betäubungsmittelabhängig sind. Läge diese Zahl auf Luxemburger Niveau, wären es sogar 400 000. In Luxemburg starben 2009 zwölf Menschen an Rauschgift, in der Bundesrepublik 1331. Bei einer Relation zur Gesamtbevölkerung wie in Luxemburg wären fast 2000 gestorben.

Doch es gibt in Luxemburg einen Lichtblick: Seit 2003 – damals waren 0,84 Prozent der Bevölkerung im Großherzogtum von Suchtmitteln abhängig – ist der Drogenkonsum rückläufig. Intensive Drogen-Prävention trägt Früchte. „Aufklärungsarbeit ist wichtig“, betont Thérèse Michaelis, Direktorin des „Centre de Prévention des Toxicomanies“ in Luxemburg-Stadt. Das CePT, das 1995 gegründet wurde, ist in erster Linie in der Vorbeugung tätig. „Unsere Aufgabe ist es, Initiativen auf dem Gebiet der Prävention in die Wege zu leiten, zu fördern und zu koordinieren. Wir sehen den Menschen als Ganzes. Eine Abhängigkeit taucht nicht von heute auf morgen auf. Sie hat immer eine Geschichte.“ Bei der „Jugend- an Drogenhëllef“ liegt der faktische Schwerpunkt auf der Arbeit mit Süchtigen. Die Mehrzahl der Leute, die die Stiftung aufsucht, sind Abhängige, Menschen, die in ihrer Drogenkarriere feststecken. Durch ein Methadon-Programm wird Heroinabhängigen als Ersatz für die Droge ein anderes Opioid verordnet, dessen Dosierung in der Regel schrittweise verringert wird. „Die Substanz trinken die Betroffenen vor den Augen der Verantwortlichen. Sie stehen in ständigem Kontakt mit dem behandelnden Arzt“, erläutert Ariane Moyse, Leiterin des Programms.

Schritte aus dem „Sumpf“

Véronique und Mike haben den ersten Schritt zum Ausstieg geschafft. Sie haben inzwischen eine Unterkunft und Therapien in Aussicht. Und vor allem: Sie haben den Willen, ein neues Leben zu beginnen. Sie möchten raus aus dem „Sumpf“, wie sie es selbst nennen.

Nähere Informationen gibt es im Internet unter www.cept.lu und www.jdh.lu oder www.relis.lu

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