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Maas und Lafontaine pflegen eine klassische On-Off-Beziehung

1995



"Es gibt eine Zeit nach Lafontaine, und wenn wir jetzt nicht Zeichen setzen, schauen wir dann in die Röhre "
Auf einer Juso-Versammlung, beklagt Heiko Maas 1995, dass die SPD Saar zu einem "Oskar-Wahlverein" verkommen sei.
Heiko Maas, damals Juso-Chef, März 1995

„Die Führungsspitze der Landes-SPD gehört einer Generation, die langsam ihr Verfallsdatum erreicht“
Heiko Maas, frisch gewählter Landtagsabgeordner, August 1995

1999


„Mich interessiert weniger die Vergangenheit als vielmehr die Zukunft. Und ich habe auch keine Lust, bei allem, was ich sage, daran gemessen zu werden, ob das auch die Meinung Oskar Lafontaines ist oder nicht.
Heiko Maas, SPD-Fraktionschef, September 1999. Im März 1999 war Lafontaine von allen Ämtern zurückgetreten.



2003



„Die Tür der SPD steht für Oskar offen. Wir treten 2004 gemeinsam an. Das habe ich Oskar heute bereits versichert“
Heiko Maas, Januar 2003, im Vorfeld der Landtagswahl 2004

Es entsteht daraufhin eine lebhafte Debatte in der Saar-SPD, ob Heiko Maas oder Oskar Lafontaine als Kandidat für das Ministerpräsidentenamt ins Rennen gehen soll. Viele Genossen empfinden Heiko Maas damals als farblos, andere sind sauer auf Lafontaines Rückzug 1999 und die anschließend verlorene Wahl gegen Peter Müller.

„Maas oder Lafontaine – lasst euch auf diesen Quatsch nicht ein (…) Maas und Lafontaine gemeinsam können die Verhältnisse verändern.“
Oskar Lafontaine, Januar 2003

„Eine aktive Rolle soll er spielen, aber eine funktionale Rolle sehe ich im Moment nicht.“
Heiko Maas, August 2003

,,Mein Eindruck ist, dass Heiko Maas im Grunde genommen selbst denkt, es wäre besser, Oskar Lafontaine würde es machen.“
Rolf Linsler, damals Verdi-Saar-Chef, September 2003

„Ich will das, ich kann das, also mach‘ ich das.“
Heiko Maas, Oktober 2003, macht seinen Anspruch deutlich, als Kandidat ins Rennen zu gehen


2004


„Wenn Schröder seine gescheiterte Politik bis zur nächsten Bundestagswahl fortsetzt, wird es eine neue linke Gruppierung geben mit dem Ziel, den Sozialabbau rückgängig zu machen. Diese Gruppierung wird dann von mir unterstützt werden.“
Oskar Lafontaine, August 2004. In einem „Spiegel“-Interview schockt er die SPD endgültig und belastet das Verhältnis zu Heiko Maas schwer.

„Unser Ziel ist, die Landtagswahl am 5. September zu gewinnen. Und unser Gegner ist die CDU Saar und Peter Müller. (...) Das ist eine Erwartung, die ich auch an Oskar Lafontaine habe. Und deshalb halte ich es für falsch, dass er in einem Spiegel-Interview jetzt in Aussicht gestellt hat, sich unter bestimmten Voraussetzungen in einer neuen Linkspartei zu engagieren. Das war für unseren Wahlkampf kontraproduktiv.“
Heiko Maas, August 2004


2005



„Uns trennt, was aus dem Landtagswahlkampf hängen geblieben ist. Die Saar-SPD hatte es nicht verdient, dass Lafontaine ihr kurz vor der Wahl ins Kreuz getreten hat.“
Heiko Maas, Mai 2005

„Mit seiner Ankündigung einer Kandidatur für die so genannte Linkspartei hat Lafontaine den gemeinsamen Weg der Sozialdemokratie endgültig verlassen.“
Heiko Maas, Mai 2005, nach Lafontaines Austritt aus der SPD

„Es ist in unserem schönen kleinen Land relativ unmöglich, sich nicht regelmäßig über den Weg zu laufen, vor allem wenn man dem gleichen Gewerbe nachgeht. Es hat bisher übrigens keiner von uns beiden dabei körperliche Blessuren davongetragen.“
Heiko Maas, August 2005, bestätigt, Kontakt zu Lafontaine zu haben


2006


Heiko Maas plädiert als Chef der Saar-SPD für eine offensive Auseinandersetzung mit der Linken ,,auf einer sachlichen Ebene“. Seiner Partei empfiehlt er „mehr Gelassenheit in der persönlichen Auseinandersetzung mit Oskar Lafontaine“. Im Saarland spricht er der Linken eine Regierungsfähigkeit ,,derzeit“ ab.
Heiko Maas, Juni 2006


2008




Sie reden wieder miteinander. SZ-Meldung vom Januar 2008:

Beim Neujahrsempfang von Verdi in der Brebacher Turnhalle ist es am Freitag zu einer kurzen Begegnung zwischen dem Bundesvorsitzenden der Linken, Oskar Lafontaine, und Saar-SPD-Chef Heiko Maas gekommen. Lafontaine ging gezielt auf Maas zu und begrüßte ihn.

Daraufhin kam es zu einem freundlichen, wenn auch verkrampft wirkenden Small-Talk.
Weitere Annäherung. Der SR meldet im Juli 2008: Die Saar-Linke strebt nach der nächsten Landtagswahl 2009 eine Koalition mit der SPD an. Der designierte Spitzenkandidat Oskar Lafontaine sagte im SR, für seine Partei „gibt es da kein Wackeln“.
Oskar Lafontaine, Juli 2008

„Oskar Lafontaine wird definitiv keiner saarländischen Regierung angehören.“
Heiko Maas, Juli 2008, der aber offen lässt, ob die Linke für die SPD als Koalitionspartnerin in Frage kommt.

„Also, da gibt es keine Vertrauensbasis. Das hat sich Lafontaine selbst zuzuschreiben. Deshalb wird die SPD einen Ministerpräsidenten Lafontaine nicht mitwählen. Da muss sich Lafontaine eher bei der CDU umsehen.“
Heiko Maas, August 2008. Grundsätzlich hält sich Maas eine Koalition mit der Linken aber offen.

„Wir schließen es nicht aus, dass Gespräche über inhaltliche Fragen auch mit der Linkspartei zu führen sein werden. (…) Mit wem wir am meisten sozialdemokratische Politik umsetzen können, mit dem sind wir auch bereit zu reden.“
Heiko Maas, August 2008

„Wenn Heiko Maas weiter gegen Oskar Lafontaine die dicke Lippe riskiert, werden wir ihn auch dann nicht zum Ministerpräsidenten wählen, wenn die SPD stärker werden sollte als wir.“
Rolf Linsler, Oktober 2008

„Heiko Maas wird nicht Regierungschef im Saarland (…) Die Wahl des SPD-Vorsitzenden kommt für die Linkspartei nicht in Frage.“
Oskar Lafontaine, Oktober 2008

„Peter Müller und Oskar Lafontaine sind relativ gleich: laut, unberechenbar und beliebig. (…) Ich werde mir nicht einreden lassen, dass es richtig ist, so zu sein!“
Heiko Maas, November 2008


2009



„Rot-Rot bleibt eine Option im Saarland.“
Heiko Maas, Januar 2009

Die SZ meldet im Januar: Die Linkspartei im Saarland will nach der Landtagswahl im August den Spitzenkandidaten der SPD, Heiko Maas, nun doch zum Ministerpräsidenten wählen, falls es zu einer rot-roten Koalition kommt und die SPD mehr Stimmen erhält als die Linke.
Rolf Linsler, gegenüber Journalisten im April 2009

Maas schließt die Koalition mit der Linkspartei nicht aus und nennt die Grünen als Wunschpartner für den Politikwechsel. Grünen-Chef Ulrich betont die inhaltlichen Überschneidungen und hofft auf die Ampel. Für Linken-Chef Lafontaine ist Rot-Rot die Koalition der Wahl.
SR-Elefantenrunde, August 2009

Alle Zitate stammen aus dem Archiv der Saarbrücker Zeitung, soweit nicht anders benannt.

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