L 365, Vollsperrung für Fahrzeuge ab 7,5 Tonnen in der Ortsdurchfahrt Sitzerath, aufgrund eines liegengebliebenen Schwertransportes Für Fahrzeuge bis 7,5 Tonnen besteht keine Vollsperrung. (19.09.2017, 01:43)

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Machen sich Biber in der St. Wendeler Innenstadt breit?

Der Biber ist eher nachtaktiv – ab und an lässt sich das plattschwänzige Pelztier allerdings auch tagsüber beobachten. Symbolfoto: Helmut Harth

Der Biber ist eher nachtaktiv – ab und an lässt sich das plattschwänzige Pelztier allerdings auch tagsüber beobachten. Symbolfoto: Helmut Harth

Bekommt St. Wendel Zuwachs? Im Stadtpark hat ein potenzieller Neubewohner jedenfalls Spuren hinterlassen. Zahnabdrücke, um genau zu sein. Genagt in die Stämme junger Bäume, die dort die Blies säumen. Schräg hinter dem Landratsamt hat der Plattschwanz zugenagt. Sieht man demnächst also öfter einen Biber im Park flanieren? Das wäre durchaus möglich, sagt Rasmund Denné, Leiter des Bereichs Ökopädagogik in der Biberburg in Berschweiler. Das Schullandheim der Gemeinde Marpingen ist quasi die Keimzelle der Biber-Wiederansiedlung im Saarland. Die nahm mit Berti Biber 1994 in der Ill ihren Anfang. Seitdem hat sich Meister Bockert ziemlich breitgemacht. „Rund 600 Tiere leben inzwischen im Saarland“, schätzt Denné „und über den Daumen gepeilt 150 im Landkreis St. Wendel.“ Todtbach, Blies, Prims, Ill, Oster, Theel und einige weitere Bäche im Kreis seien festes Bibergebiet. „Wirklich biberfrei sind nicht mehr viele Fließgewässer im St. Wendeler Land. Den Freisener Bach rauf gibt es noch keine Biber.“ Und in St. Wendel?

„Biber sitzen in der ganzen Blies“, sagt der Biberexperte. Vor und hinter der Stadt, von der Fließrichtung her betrachtet, gebe es Biberfamilien. Die einen sind von oben eingewandert. „Vermutlich über den Alsweiler Bruchelsbach nach Oberthal in die Blies rein“, schätzt Denné. Andere seien wohl von Ottweiler aus gen St. Wendel gezogen. „In Ottweiler wurden an der Schafbrücke vor gut 14 oder 15 Jahre welche ausgesetzt.“

Die großen typischen Biberburgen aus kreuz und quer zusammengeschichteten Stämmchen und Ästen sieht man entlang der Blies und anderer Bäche jedoch eher selten. Woran liegt das? „Entgegen dem weitverbreiteten Glauben bauen Biber nicht überall große Burgen“, erklärt der Pädagoge, der sein Büro im Schullandheim „Biberburg“ in Berschweiler hat. „Biber bauen gemeinhin nur eine große Burg, die wirklich winterfest ist, und in der hält sich dann die ganze Familie im Winter auf.“ So sie denn nicht auf Tour gehen. Biber halten laut Denné nämlich keinen Winterschlaf.

Die Größe der Sippe, die in einer Burg haust, schwanke. „Es gibt Familien, die sind zu zweit oder zu dritt, andere zählen sieben oder acht. Das kommt darauf an, wie der Nachwuchs durchgebracht wurde.“ Bibers wohnen gerne lange im Hotel Mama. Die Würfe aus zwei Jahren dürfen die Pfoten gewöhnlich unter den Tisch des Bibervaters strecken. Wenn es zuhause dann doch mal zu eng wird, graben sie Erdröhren in Uferböschungen, deren Eingänge unter der Wasseroberfläche liegen. Die dienen ihnen „als Zweit- oder Drittbehausung“, erklärt der Biber-Burgexperte.

Bis zu zwei Kilometer wandern Biber von ihrer Hausburg aus einen Bach entlang. An den Grenzen eines Reviers kann es hin und wieder zu Scharmützeln mit dem Nachbarn kommen. „Mit Beißen und allem. Biber können recht rabiat sein“, weiß Denné. Das alles zusammengefasst, rechne er final nicht damit, dass demnächst eine Biberburg im St. Wendeler Stadtpark gebaut wird.

Eher denke er, dass hier eine Grenze verlaufe, und der eine oder andere Meister Bockert mal vorbeischaue. Vielleicht entwickele es sich ja wie im Dirminger Brühlpark. „Auch dort gibt es Biber“, erzählt Öko-Pädagoge Denné, „und die zeigen sich ganz offen. Biber sind ja dämmerungs- beziehungsweise nachtaktiv, und tagsüber liegt dann der eine oder andere Halbstarke auf der Wiese im Park und döst vor sich hin.“

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