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Macht Saargummi bald wieder Gewinne?

Vor zwei Jahren kämpfte Saargummi noch ums Überleben. Jetzt arbeitet sich der Dichtungsspezialist langsam nach oben.

Vor zwei Jahren kämpfte Saargummi noch ums Überleben. Jetzt arbeitet sich der Dichtungsspezialist langsam nach oben.

Wadern. Vor zwei Jahren kämpfte Saargummi noch ums Überleben. Inzwischen kommt der Auto- und Industriezulieferer aus Wadern-Büschfeld der Gewinnzone immer näher. „Die Ergebnisentwicklung ist positiv“, sagt Saargummi-Chef Holger Oertel. Jeden Monat verringere sich der Verlust. „Wir sind aber noch nicht über den Berg.“ Die Folgen der Insolvenz sind in dem Unternehmen mit seinen rund 1250 Beschäftigten im Saarland also weiterhin zu spüren. Der kaufmännische Geschäftsführer Roland Dittmann vergleicht die Lage bei dem Gummi-Spezialisten mit einem „U-Boot, das auftaucht“. Es gehe stetig aufwärts, aber noch sei man unter Wasser. „Nächstes Jahr kommen wir in Sehrohrtiefe. Wenn wir dann das Teleskop ausfahren, können wir Land sehen.“

Dittmann folgert daraus: „Wir müssen noch einige Anstrengungen unternehmen“, um stabil schwarze Zahlen zu schreiben und ohne die finanzielle Hilfe des Mutterkonzerns auskommen zu können. Saargummi war im Juni 2011 vom chinesischen Staatskonzern CQLT aus der Insolvenz übernommen worden. 80 Modernisierungsmaßnahmen habe man auf der Liste, so Dittmann. Und dafür wird auch investiert: mehr als vier Millionen Euro allein in drei anstehende Projekte. Eine der Baustellen ist die Eingliederung der Losheimer Ela Tech ins Büschfelder Werk.

Ein Teil der Produktion ist bereits umgezogen, rund 170 der knapp 300 Beschäftigten arbeiten aber noch in Losheim. Im August soll die neue 2,4 Millionen Euro teure Lackieranlage in Büschfeld in Betrieb gehen. Bis dahin läuft die alte Anlage in Losheim weiter. Schon jetzt laufe die Fertigung aber bereits schneller und kostengünstiger als zuvor, sagt Oertel. In der Vergangenheit „musste man in Tagen rechnen“, bis das Material alle Produktionsschritte durchlaufen hatte. Künftig werde die „Durchlaufzeit bei einer Stunde“ liegen.

Aus Sicht von Betriebsratschef Arno Dühr bringt die Verlagerung auch den Ela-Tech-Mitarbeitern Vorteile. Sie werden nun nach dem Tarif der Chemieindustrie bezahlt. Das Lohnniveau solle ab 2015 Schritt für Schritt dem der übrigen Saargummi- Belegschaft angepasst werden.

Einen Modernisierungsschub gibt es auch bei den Arbeitsabläufen. Statt sieben wird die Autozuliefersparte nur noch vier Hierarchiestufen haben. Und mit Beginn des neuen Jahres wird Gruppenarbeit eingeführt. Die Mitarbeiter bekommen dadurch mehr Verantwortung für die Qualität, haben aber auch mehr Mitsprache.

Darüber hinaus soll ein Prämiensystem bei der Entlohnung kommen, das sich an der Produktion einwandfreier Teile orientiert, kündigt Oertel an. Details müssten aber noch mit dem Betriebsrat verhandelt werden. Dass Saargummi an Stärke gewonnen hat, zeigt sich auch an den kürzlich gewonnenen Großaufträgen. Saargummi soll ab 2014 Dichtungen für den neuen VW Passat und für den Audi A4 liefern. Die Chancen auf weitere Aufträge stünden gut, sagt Oertel.

Saargummi profitiere davon, dass zwei große Wettbewerber, Meteor und Draftex, insolvent sind. Die Aufträge für 2014 können das Geschäft in diesem Jahr aber noch nicht beflügeln. Die Umsätze bleiben 2013 nach Einschätzung Oertels wie im vorigen Jahr bei etwa 160 Millionen Euro. Die Auto-Absatzkrise treffe Saargummi aber voraussichtlich „nicht so stark, weil wir das Premiumsegment beliefern“, das heißt, hauptsächlich Daimler und BMW. Das U-Boot Saargummi wird demnach also nicht wieder abtauchen.

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