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Machte Anabolika einen Saarländer gewalttätig?

Saarbrücken. Der private Sicherheitsdienst eines 42 Jahre alten Saarbrückers verfügt nach eigenen Angaben im Internet über einen Personalstamm von 620 Mitarbeitern. Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) taucht mit zwei muskelbepackten Leibwächtern auf der Klienten-Liste des Betriebes auf, der auf Kunden-Wunsch auch für bewaffneten Personenschutz sorgt. Der „schwarze Sheriff“ hat aber seit Jahren Ärger mit der Justiz. Mehrere Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft und ein erstinstanzliches Urteil sind aktenkundig. So bestätigt ein Sprecher des Saarbrücker Amtsgerichts, dass der 42-Jährige im November 2008 wegen Vergewaltigung und Körperverletzung zu einer Freiheitsstrafe von 2 Jahren und zehn Monaten verurteilt wurde. Die Berufungsverhandlung vor dem Landgericht wurde jetzt vertagt. Der Richter will ein Gutachten abwarten, das die Verteidigung in einem Verfahren wegen Verdacht auf Verstoß gegen das Arzneimittelgesetz beantragt hat. Demnach soll ein Experte klären, ob die dauerhafte Einnahme von Anabolika mit dem männlichen Sexualhormon Testosteron als Wirkstoff die Persönlichkeit so verändern kann, dass möglicherweise die Schuldfähigkeit des Betroffenen eingeschränkt wird. In diesem Zusammenhang ist auch die Rede vom „Supermann-Syndrom“.

Jens Schmidt, Strafverteidiger des Mannes, geht zwar davon aus, dass er in dem Berufungsprozess wegen angeblicher Vergewaltigung auf jeden Fall Freispruch erreichen wird. Das Gutachten fordert er in dem Ermittlungsverfahren in Sachen Arzneimittelgesetz. Es sei aber konsequent, dass der Richter den Prozess bis zum Votum des Anabolika-Experten ausgesetzt habe. Das Sachverständigenvotum wird wohl auch in einem weiteren Verfahren wegen sexueller Nötigung einer Ex-Freundin zu den Akten kommen. Bei einer Wohnungsdurchsuchung im Oktober letzten Jahres waren bei dem Sicherheitsdienstleister Anabolika in größeren Mengen sichergestellt worden. Die Pillen waren angeblich nur für den Eigenbedarf. Die Fahnder fanden auch mehrere Waffen, von denen der Mann „die meisten legal“ besitzt. Gegenüber unserer Zeitung hat der 42-Jährige jetzt angekündigt, er werde sich aus dem Sicherheitsbereich zurückziehen. mju  
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