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„Männer wollen alles unter Kontrolle haben“

Psychologe Josef Schwickerath über seelische Probleme beim „starken Geschlecht“ Dr. Josef Schwickerath  ist Leitender Psychologe an der AHG Klinik in Berus, einer psychosomatischen Fachklinik. Männer müssen über ihre Schwächen reden, sagte er in einem Interview.

Ein Befund des Gesundheitsberichtes ist, dass Männer seelische Probleme nicht ernst genug nehmen. Stimmt das? Schwickerath: Seelische Probleme haben für Männer immer noch den Anschein einer persönlichen Schwäche. Es kann daher passieren, dass sie körperliche oder psychische Empfindungen nicht ernst nehmen. Das Selbstbild des Mannes deutet daraufhin, dass sie alles unter Kontrolle haben wollen. In dieses Bild passt es eben nicht, Schwächen zuzugeben.

Einige Männer verdrängen ihre Probleme also – und irgendwann kommt der große Knall.
Schwickerath: Es kommt dann zu seelischen Einbrüchen, in Form von Depressionen oder Ängsten.

Es heißt, Depressionen sind eher typisch Frau?
Schwickerath: Frauen sind eher bereit, darüber zu sprechen. Man kann aber nicht sagen, dass bei Männern keine Depressionen vorkommen. Die Suizidrate bei Männern ist sogar höher als bei Frauen. Das Endstadium bei ihnen ist also oft dramatischer.

Was muss sich ändern, damit Erkrankungen bei Männern besser erkannt und behandelt werden?
Schwickerath: Das eine ist: Man muss sich schon die Frage stellen, wo wir hintreiben mit unserem Leistungsdruck, mit unserer Arbeitsverdichtung und den hohen Anforderungen. Die unausgesprochene gesellschaftliche Forderung ist doch, stark sein zu müssen, alles unter Kontrolle zu haben. Ich ermutige Männer aber auch, erste Anzeichen ihres Körpers ernstzunehmen und zum Beispiel über Schlafstörungen zu reden. Je früher man das wahrnimmt, desto eher können die Probleme angemessen bewältigt werden.

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