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Mahnmal in Tholey zerstört

Vor 35 Jahren hat Richard Hoffmann das Kunstwerk für den Frieden im Schaumbergturm geschaffen. Seitdem blieb es unbeschadet. Jetzt nahmen es Unbekannte auseinander. Der Künstler ist entsetzt.

Vor 35 Jahren hat Richard Hoffmann das Kunstwerk für den Frieden im Schaumbergturm geschaffen. Seitdem blieb es unbeschadet. Jetzt nahmen es Unbekannte auseinander. Der Künstler ist entsetzt.

Tholey/St. Wendel/Lebach. Der finanzielle Schaden ist hoch, der ideelle unschätzbar: Unbekannte haben das Friedensmahnmal im Schaumbergturm bei Tholey auseinander genommen, schwere Teile abtransportiert (wir berichteten). Dabei waren die Täter auf das Gelände gekommen, obwohl ein abgesperrter Zaun die Baustelle abriegelt, wie Bürgermeister Hermann Josef Schmidt ) versichert. Die beiden tonnenschweren Flügeltüren der Gedächtnisstätte ließen die Fremden mitgehen.  Eric Hülsberg, Pressesprecher der Gemeinde Tholey: „Wir haben eine Belohnung von 500 Euro ausgesetzt. Aber bisher haben wir keine Hinweise.“ Auch die St. Wendeler Polizei nicht. „Der Sachwert beträgt 20.000 Euro“, schätzt Hülsberg. Doch der des Kunstwerks dürfte 100000 Euro übersteigen.
Für Bildhauer Richard Hoffmann, der in den 70ern das Kunstwerk schuf, glaubt nicht, dass es die Diebe auf das Werk abgesehen haben. Der Lebacher, der noch Tage nach dem Vorfall entsetzt ist: „Die Bronzetür ist doch schon längst eingeschmolzen.“ Er vermutet: Hier waren Edelmetall-Jäger am Werk. So ganz nicht von der Hand zu weisen. Wie ein Polizist berichtet, müssen seine Kollegen immer wieder in Sachen Metalldiebstahl ermitteln. Zuletzt in St. Wendel, wo  knapp zwei Tonnen Edelstahl- und Aluminiumplatten für etwa 8400?Euro vom Gelände der Firma Schneider verschwanden. Metallpreise sind in den vergangenen Jahren enorm gestiegen, was illegale Geschäfte beflügelt.

Hoffmann belaste der Verlust sehr. Doch der 80-Jährige will nicht resignieren. „Ich habe mich bei einer Gießerei in München erkundigt. Zwischen 40000 und 45000Euro würde es kosten, das Tor anzufertigen.“ Mit seiner künstlerischen Leistung mach es rund 80000Euro. „Ein kleiner Preis für die Gesamt-Investitionen.“ Damit meint Hoffmann die Sanierung des Schaumbergturms. Die soll an die vier Millionen Euro verschlingen und im Frühjahr 2012 abgeschlossen sein.
Doch die Gemeinde schaffe das nicht allein. Bürgermeister Schmidt: „Da müssen wir dann auf Sponsorensuche gehen.“

Auf einen Blick
Mahnmal zum Frieden mit allen Völkern – Den Toten zum Gedenken, den Lebenden zur Mahnung: Das Kunstwerk der offenen deutsch-französischen Begegnungsstätte im Fuß des Turms auf dem Schaumberg in Tholey entstand 1976. Es besteht aus Bronze. Die Darstellung symbolisiert menschliche Körper, deren Hände sich entgegenrecken. Der Künstler Richard Hoffmann will damit Not, Tod und Verzweiflung auf der einen Seite versinnbildlichen. Der zweigeteilte Altar verdeutlicht auf der anderen Seite die beiden Völker Deutschlands und Frankreich, die aufeinander in Freundschaft zueilen.
Auftraggeber des Werkes waren die Benedektinerabtei und der Verein zur Förderung der Schaffung einer Stätte der deutsch-französischen Freundschaft auf dem Schaumberg, die beide den größten Teil der Kosten trugen. Das Kunstwerk in der Kapelle lag bei 68000 Mark. hgn

Zur Person
Richard Hoffmann, am 23.?November 1930 in Lebach geboren. Von 1949 bis ’54 studierte er an der Saarbrücker Kunstschule Malerei und erreichte das Diplom. Zwischen 1954 bis ’62 war er unter anderem Stipendiat an der Nationalen Schule der Schönen Künste (École Nationale Superieure des Beaux Arts in Paris und an der Berliner Hochschule der Bildenden Künste. Es folgten Studienreisen von Europa bis in den Orient und nach Afrika.
Ausschließlich als Bildhauer war Hoffmann 1963 bis 1989 tätig. In dieser Zeit erhielt er Aufträge für Kunst im öffentlichen Raum, darunter auch die Skulptur auf dem Schaumberg bei Tholey an der deutsch-französischen Begegnungsstätte, „Mahnmal zum Frieden mit allen Völkern“, von 1976.
Bis heute lebt der Künstler in seiner saarländischen Heimatstadt Lebach. (Quelle: Eigenporträt) hgn 
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