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Mainzer-Tribünen für den Ludwigspark?

Die Sanierungspläne für das Ludwigspark-Stadion wurden der Öffentlichkeit vorgestellt.

Die Sanierungspläne für das Ludwigspark-Stadion wurden der Öffentlichkeit vorgestellt.

Die seit November 2013 bestehende „Projektgesellschaft Sanierung Ludwigsparkstadion“ (PSL) hat am Freitag ihre neuen Ideen für das marode Stadion in Saarbrücken vorgestellt. Einen ersten Entwurf hatte sie im Februar der Sportvermarktungsfirma „Lagardère Sports“ zur Prüfung vorgelegt. „Sie sollte diesen auf Wirtschaftlichkeit prüfen und uns beratend zu Seite stehen“, erklärt Jürgen Schäfer, Geschäftsführer der PSL. Sie wollte einfach „gewissenhaft an den Stadionbau rangehen“. Stadt und Land (10,7 Millionen Euro) stellen insgesamt 16 Millionen zur Verfügung. „Und da haben wir nur einen Schuss“, sagt auch Peter Bauer aus dem Aufsichtsrat der PSL: „Das Stadion darf auch nicht teurer als diese 16 Millionen Euro werden.“

Die Ergebnisse von Lagardère liegen nun vor. So erklärt Schäfer, dass vor allem die Haupttribüne aus Sicht von Lagardère besser neu gebaut werden solle, als sie – wie zuvor angedacht – im Bestand zu sanieren. Aus Gründen der Atmosphäre solle sie auch näher ans Spielfeld ranrücken. „Durch den Neubau lassen sich auch die Betriebskosten für die Stadt als Stadioneigentümerin senken“, sagt Schäfer. Auch die Einnahmenseite sei auf einer neuen Haupttribüne besser.

Das wussten die Planer bereits vorher. Aber eine neue Tribüne kostet in etwa acht bis zehn Millionen Euro. Das war den Planern bisher zu teuer, schließlich gibt es noch drei weitere Tribünenteile zu sanieren. Doch dann kam der Zufall ins Spiel. Bereits Ende des vergangenen Jahres kam der Kontakt zu einem Stadionbauer zustande, der zwei Hintertor-Tribünen im alten Mainzer Bruchwegstadion gebaut hatte. Diese zwei Tribünen sind bundesligatauglich und nahezu neuwertig (Neuwert: zwölf Millionen Euro). Sie werden in Mainz nicht mehr gebraucht, da der FSV inzwischen in einer neuen Arena spielt. Am Bruchweg sollen sie weg, da der Erstligist anstelle der Tribünen Funktionsgebäude bauen will. „Wir könnten die Tribünen sehr günstig übernehmen“, sagt Schäfer und erklärt, dass der alte Plan damit nicht kassiert sei, sondern „wir nun einfach die Möglichkeit haben, ihn weiterzuentwickeln“.

Was die Tribünen kosten, kann Schäfer noch nicht sagen, da er noch nicht in Verhandlungen gehen durfte. Dazu ist ein Stadtratsbeschluss nötig, erklärt auch PSL-Aufsichtsrat Peter Bauer. Der solle am Dienstag erfolgen. „Danach können wir in konkrete Verhandlungen mit Mainz gehen“, sagt Schäfer. In zwei Wochen könnten sie – vorbehaltlich des Stadtratsbeschlusses – eventuell erste Ergebnisse präsentieren. Bevor die Kosten nicht feststehen, könne auch nicht gesagt werden, ob der Entwurf in die Planungsphase geht. Neben der Kostenfrage spielen auch baurechtliche Fragen eine Rolle. Die Vertreter zeigten sich allerdings optimistisch, diese Fragen zeitnah klären zu können.

Bekommen sie alles durch, wollen sie in diesem Jahr noch mit dem Bau beginnen. „Das bleibt unser Ziel“, sagt Schäfer. Auch Bauer bestätigt den Terminplan. Sollte der Entwurf so umgesetzt werden können, würde die Fantribüne des FCS auf die Seite des Marathontores umziehen. Dort stünden die Saarbrücker Fans dann auf 5400 Stehplätzen.
 
  Meinung  Endlich ein Fußballstadion
 
Von SZ-Redakteur
Michael Kipp

 
Der neue Entwurf sieht zumindest mal so aus wie ein Fußballstadion: Keine Laufbahn, die Tribünen direkt am Spielfeldrand, das riecht nach Atmosphäre. Dass dieser Entwurf nun vorliegt, scheint ein glücklicher Zufall. Ohne die Möglichkeit, billig Tribünen in Mainz einzukaufen, gäbe es den nicht. Dass die Planer überhaupt bereit sind, ihren alten Entwurf weiterzuentwickeln, ist lobenswert. Auch wenn es derzeit den Anschein hat, dass es bereits der 6754. Entwurf ist. Seit 15 Jahren ist das Stadion in der Diskussion – die PSL gibt es aber erst seit November. Sie treibt auch aus Sicht kritischer Beobachter seither das Projekt ernsthaft voran. Dazu gehört auch, Pläne grundsätzlich zu überarbeiten.
 
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