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Mammographie: Minuten, die Leben retten können

Homburg. Drei bis vier Minuten dauert die Untersuchung, die einer Frau Klarheit bringt. Unangenehm kann es werden, weil die Brust während der digitalen Röntgen- Aufnahme zwischen zwei Plexiglasplatten gespannt wird. Aber der Druck ist nötig, weil nur so richtig sichtbar wird, ob die Brust gesund ist – oder Veränderungen zeigt, die tödlich sein können. Jede zweite Saarländerin zwischen 50 und 69 Jahren hat sich in den vergangenen sechs Jahren für die freiwillige Brustkrebsvorsorge durch Mammographie entschieden. Eine erste Bilanz zum Mammographie- Screening im Saarland, das seit 2006 läuft, stellten Gesundheitsminister Andreas Storm (CDU) und die Koordinatoren gestern in Homburg vor.

308 297 Frauen sind seit 2006 zu dem kostenlosen Vorsorge-Programm eingeladen worden, 159 203 sind hingegangen, also 51,6 Prozent. Die Resonanz sei „positiv“, sagte Storm, appellierte aber auch: „Ich möchte alle teilnahmeberechtigten Frauen ermuntern, die Einladung zum Screening wahrzunehmen.“

Anspruch auf eine zweijährliche, kostenlose Mammographie haben Frauen, bei denen das Brustkrebs-Risiko besonders hoch ist – die 50- bis 69-Jährigen. Im Saarland sind das rund 140 000 Frauen. Durch das Mammographie- Screening gelinge es seit 2006, „bei ihnen Tumore in einem früheren Stadium zu erkennen, Heilungschancen zu erhöhen und die Sterblichkeitsrate zu reduzieren“, sagte Storm. Brustkrebs sei aber nach wie vor die häufigste Krebsneuerkrankung bei Frauen. 800 bis 900 erkranken pro Jahr allein im Saarland, 262 Frauen starben dort 2010 an einem Mammakarzinom.

Im Mammographie-Screening konnten unter allen Teilnehmerinnen in sechs Jahren 861 Tumore erkannt werden – so frühzeitig, dass eine Behandlung aussichtsreich war. Davon waren rund 0,5 Prozent aller untersuchten Saarländerinnen (5,7 von 1000 Frauen) betroffen, erklärten Dr. Manfred Bitsch und Dr. Erich Keller, die das Programm im Saarland leiten. Ohne Screening wären diese Frauen möglicherweise gestorben.

Auch bundesweit sei der Vorsorge- Befund bei den allermeisten Frauen unauffällig, sagte Bitsch. Kritik an Kosten und Aufwand des mittlerweile flächendeckend laufenden Programms hielt er entgegen: „Allein für 0,5 Prozent ist es das wert.“ Für alle Teilnehmerinnen gehe es um Gewissheit. Und: „Die Kosten für die Behandlung in späteren Krebsstadien sind ungleich höher.“

Dass nicht alle eingeladenen Frauen zum Screening kommen, habe wohl mit Angst oder „Nicht- Wissen-Wollen“ zu tun. Auch mit Strahlenbelastung. Bitsch: „Sie ist nicht zu leugnen, aber durch die Abstände alle zwei Jahre ist das Risiko zu vernachlässigen.“ Getragen wird das Screening von Krankenkassen und Kassenärztlicher Bundesvereinigung.

Eingeladen wird schriftlich, im Saarland kommt der Brief vom Gesundheitsministerium. Feste Screening-Stationen gibt es in Saarlouis und Saarbrücken, eine mobile Praxis, das „Mammobil“, steuert seit 2011 sechs weitere Städte an.

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