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Manfred Schmitt möchte als Präsident den Zusammenhalt an der Saar-Uni stärken

Manfred  Schmitt</p>

Manfred Schmitt

Der Mann, der die Universität des Saarlandes aus der Krise führen soll, fühlt sich am Rednerpult des Musiksaales etwas unbehaglich. Am liebsten würde er sein Manuskript beiseiteschieben und gleich mit den Anwesenden ins Gespräch kommen, sagt Manfred Schmitt (57), Biologie-Professor und einzig verbliebener Kandidat für den Posten des Präsidenten der Saar-Uni. Das Motto „Dialog statt Monolog“ ist Teil von Schmitts Strategie, die Mitglieder der Hochschule auf ein neues „Wir-Gefühl“ einzuschwören.

Die Saar-Uni ist in einer angeschlagenen Verfassung. Jahre der Evaluierung, der Umstrukturierung und Einsparungen haben an den Kräften der Beteiligten gezehrt. Die anhaltende Krise um die Wahl des neuen Präsidenten, die sich nun schon ein halbes Jahr hinzieht, hat das Bild der Hochschule angekratzt. Eine Beschädigung der Autonomie der Uni ist erst in letzter Sekunde durch eine Änderung im Hochschulgesetz abgewendet worden, die Schmitts Wahl überhaupt erst möglich macht.

Angesichts dieser Situation ist die Sehnsucht nach einem Ende der Unsicherheit groß, und so kommt Schmitts Botschaft von Zusammenhalt und Identitätsstärkung bei den Zuhörern gut an. Das Interesse im Musiksaal der Uni ist beachtlich, der Raum ist mit rund 250 Besuchern ähnlich gut gefüllt wie bei der Vorstellung der drei Kandidaten der ersten Wahlrunde im Sommer.

Bei allem Willen zum Aufbruch sind die Fragen des Uni-Personals jedoch geprägt von den Sorgen der Gegenwart. Die Gebäudeproblematik der Geisteswissenschaftler, die Personalüberlastung in der Verwaltung, die befristeten Verträge der wissenschaftlichen Mitarbeiter – die Liste der Probleme ist lang. Schmitt weiß, dass er nicht für jedes eine Lösung wird bieten können: „Egal wer hier oben steht, er wird nicht einfach einen Schalter umlegen können.“

Statt Versprechungen zu machen, will Schmitt auf Transparenz setzen. In diesem Sinne bereitet er die Zuhörer schon einmal auf weitere Durststrecken vor: „Die Erfolge der Uni, so schön sie sind, sind das Ergebnis von Prozessen, die vor langer Zeit ihren Ursprung hatten. Die Auswirkungen der Sparrunden haben sich darin noch nicht niedergeschlagen.“ Was das für die Zukunft bedeutet? „Die schwierigen Jahre kommen noch“, warnt er.

Um sie bewältigen zu können, müsse die Hochschule ihre gegenwärtige Größe verteidigen und die Zahl der Studenten dauerhaft auf einem Niveau von 18 000 erhalten. Dazu müsse es weiterhin ein breites Studienspektrum geben.

Ein Präsident kann eine Amtszeit zwischen vier und sechs Jahren ansetzen. Schmitt kündigte an, dass er für vier Jahre antritt. Damit fiele die nächste Wahlperiode mit dem Ende des Hochschulentwicklungsplanes des Landes zusammen. Die finanziellen Rahmenbedingungen müssten dann neu verhandelt werden.

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