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Mann (22) wegen Verdachts auf Vatermord vor Gericht

Saarbrücken.Vor der Jugendkammer des Landgerichts hat am Freitag der Prozess gegen einen 22-jährigen Lagerarbeiter aus dem Regionalverband begonnen. Er soll im September 2008 seinen Vater mit zwei Messerstichen schwer verletzt haben. Das Opfer musste mit dem Rettungshubschrauber in ein Krankenhaus gebracht werden.

Die Verletzungen waren gravierend. Nach etwa einem Monat auf der Intensivstation und einem weiteren Monat im Krankenhaus sollte eine Anschlussheilbehandlung erfolgen. Doch der Patient verließ eigenmächtig die Klinik. Zwei Tage später verstarb er an einer Lungenembolie.

Im Prozess stellt sich nun die Frage: Starb der Mann an den Folgen der beiden Messerstiche? Die Anklage lautet auf gefährliche Körperverletzung. Der Fall wurde zunächst vor dem Jugendschöffengericht verhandelt. Die Beweisaufnahme, insbesondere die Ergebnisse der Obduktion, haben den Verdacht auf ein Tötungsdelikt aufkommen lassen. Daher wird jetzt vor dem Landgericht verhandelt.

Der Sohn beruft sich auf Notwehr. Der Vater sei tyrannisch gewesen. Weil er ungefragt ein Glas Milch aus dem Kühlschrank genommen habe, sei der Vater mit einer Fleischgabel auf ihn los gegangen. Daraufhin habe er vor der Küchenanrichte hockend nach dem Messer gegriffen und blind nach Hinten gestochen.

Für den Gerichtsmediziner ist die Schilderung des Angeklagten über den Tathergang schwer nachvollziehbar. Der Stich in den Rücken passe nicht zu der geschilderten Notwehrsituation. Die Mutter des Angeklagten macht von ihrem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch. Ein Bruder bestätigt die Gewalttätigkeit des Vaters. Der Prozess wird am Montag fortgesetzt. jht
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