A623 Friedrichsthal Richtung Saarbrücken Zwischen AS Saarbrücken-Herrensohr und Einmündung Rodenhof Bauarbeiten, linker Fahrstreifen gesperrt, Stau zu erwarten bis 19.10.2017 05:00 Uhr (17.10.2017, 16:49)

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Mann (37) sucht Angebetete mit Zetteln in Saarbrücken

Diese Plakate (links) sind zurzeit überall zu sehen.

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Das Verflixte an der Liebe ist, dass sie nicht fragt, ob es gerade passt, ob man Zeit und Muße hat. Schon gar nicht nimmt sie Rücksicht auf Fahrpläne der Deutschen Bahn, weiß Thomas (37), der seinen Nachnamen nicht verraten will. Dass sich Thomas am Saarbrücker Hauptbahnhof am 26. Januar, gegen 14.30 Uhr, im Fastfood-Restaurant „Asia Do Anh“ Hals über Kopf in eine Blondine verliebte, weiß aber mittlerweile die ganze Stadt: An Pfeilern, Mülltonnen, Schildern, Regenrinnen und Laternenmasten kleben weiße Plakate mit seinem Liebesgesuch: Die Zeilen richten sich an „Die Blondine vom Asia Fastfood im Hauptbahnhof...“. „Das ist der Grund, warum ich meinen Nachnamen nicht verraten will. Ich weiß nicht, wie die Rechtslage ist, wenn man die halbe Stadt zuplakatiert“, sagt er. Mittlerweile wird die Liebesbotschaft über Facebook geteilt. Einige finden es „süß“ und „romantisch“, andere vermuteten dahinter eine gewiefte Werbemaßnahme des Restaurants. Doch Thomas ist echt. Das Happy End der Geschichte steht allerdings noch aus. Den Finderlohn von 500 Euro verspricht er nicht nur in seiner Zettelbotschaft, versichert er: „Ich bezahle das für den entscheidenden Tipp.“

An das letzte Wochenende im Januar erinnert er sich genau. „Ich kam gerade zurück von einem Wochenende in Luxemburg. Hab' dort zwei Freunde getroffen, die ich lange nicht gesehen habe, weil ich die letzten fünf Jahre im Ausland war“, erklärt der Unternehmensberater, der gerade in Stuttgart arbeitet, seinen Wohnsitz aber noch in Madrid hat. In Saarbrücken musste er umsteigen, die knappe halbe Stunde Wartezeit verbrachte er im Fastfood-Restaurant.

„Noch während ich meinen Teller zum Sitzplatz balancierte, bemerkte ich die hübsche Blondine. Sie saß am Nebentisch. Ich vermute mit ihren Eltern – einem Paar Mitte 50. Die Frau genauso blond“ wie seine Herzdame, „der Vater trug orange Jacke und grüne Hose“. Mit der Blondine wechselte er kein Wort, aber sie flirteten, lächelten sich zu. „Sie ist so Mitte 20 bis Anfang 30, hat lange blonde Haare, ist bildhübsch, groß, schlank, aber vor allem hat sie eine sehr natürliche Art, einen sehr intensiven Blick und ein wunderschönes Lächeln, das ich nicht vergessen kann“, schwärmt Thomas Tage später. Dass er seine Traumfrau nicht einfach ansprach, ärgert ihn. „Aber ich hatte kaum Zeit, vielleicht 15 Minuten. Ich musste zurück zum Bahnsteig.“ Die Liebe auf den ersten Blick kennt Thomas, der „sonst nicht schüchtern ist“, nur aus romantischen Filmen.

Zurück in Stuttgart sagte ihm sein „Bauchgefühl“, dass er etwas unternehmen müsse: „So kam ich auf die Idee mit den Flyern“. 1000 Stück ließ er drucken und reiste eine Woche später wieder nach Saarbrücken. Gemeinsam mit dem Freund aus Luxemburg, „der gleich ein Zimmer für uns buchte“, klebten die Männer ein Wochenende lang sein Liebesgesuch zigfach in der Innenstadt. „Ich weiß nicht, ob sie Saarländerin ist. Die Wortfetzen hab' ich nicht richtig verstanden: Es könnte Saarländisch, Pfälzisch oder Luxemburgisch gewesen sei. Aber keiner hatte ein Gepäckstück dabei. Vielleicht haben sie nur jemanden abgeholt“, mutmaßt Thomas. Recherchiert hat er, dass wenig später ein Zug aus Frankfurt ankam und ein Bus nach Luxemburg fuhr. Die „Aktion mag verrückt erscheinen“, aber ihm ist es „sehr wichtig, sie wiederzufinden“. Er selbst „ist 1,90 Meter groß, sportlich, mit Dreitagebart und sympathischem Lächeln“, sagt er.

Kontakt: thomasandreas2014@gmail.com.
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