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Mann soll Tochter seiner Freundin missbraucht haben

Saarbrücken/Perl. Wegen sexuellen Missbrauchs – begangen an der Tochter seiner Lebensgefährtin – steht ein 66-jähriger Mann aus dem Landkreis Merzig-Wadern seit gestern vor dem Landgericht. Nachdem die Staatsanwältin die zwölf Anklagepunkte vorgetragen hatte, erklärte der pensionierte Elektriker, er wolle aussagen. Die Vorwürfe reichen von intimen Berührungen bis zum Geschlechtsverkehr mit einem Mädchen, das damals zwischen zehn und 13 Jahre alt war. „Das ist alles gelogen“ sagte er zu den Vorwürfen. „Die will mich unbedingt fertigmachen.“

Das Mädchen sei im Alter von vier Jahren mit seiner Mutter bei ihm eingezogen. Sie sei wie eine eigene Tochter aufgewachsen. Die Probleme hätten begonnen, als sich die damals Elfjährige mit Jungen herumgetrieben habe und erst um zwei oder drei Uhr morgens aus der Disco heimgekommen sei. Da habe er gedroht, sie solle in ein Heim kommen, aber das sei nicht ernst gemeint gewesen. Seit der Trennung von der Mutter gehen ihm die Ziehtochter und die leibliche Tochter aus dem Weg. Warum er so lange Zeit danach angezeigt wurde, könne er sich nicht erklären.

Diese Frage interessiert auch die Richter. Das heute 21-jährige mutmaßliche Missbrauchsopfer hat dafür eine Erklärung. Erst kürzlich habe ein Freund Probleme bei ihr festgestellt und habe so lange gefragt, bis sie ihm die Geschichte erzählt habe. Er bestand darauf, dass sie ihre Mutter informiere. Die habe ihr die Entscheidung über eine Anzeige selbst überlassen. Ein halbes Jahr lang habe sie überlegt, bevor sie zur Polizei ging. Es gehe ihr darum, andere mögliche Opfer zu schützen.

Sie bestätigte das anfangs gute Verhältnis zum Ziehvater. Die Übergriffe hätten eher spielerisch angefangen. „Er hat mich öfter mal unten angefasst“, sagte sie. Aber es sei schlimmer geworden. „Danach bekam ich mehr Freiheiten und mehr Taschengeld.“ Und „als ich nicht mehr wollte, wurden die Zügel massiv angezogen“.

Die Mutter der jungen Frau erklärte vor Gericht, sie habe gewusst, dass es um den Missbrauch ging, als ihre Tochter zu ihr gekommen sei. Sie hat daraufhin bei der Beratungsstelle „Nele“ einen Termin für ihre Tochter vereinbart. Der Prozess wird fortgesetzt. jht

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