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Mark Forster begeistert seine Fans in Saarbrücken

Die Schirmmütze ist Mark Forsters Markenzeichen.

Die Schirmmütze ist Mark Forsters Markenzeichen.

So ziemlich zu Anfang, nachdem Amanda sich, wie's einer Vorgruppe halt so geht, wacker abgerackert hat, wird's nostalgisch in der Saarlandhalle. Riesengroß projiziert sieht man ein Tapedeck, noch dazu von der fast verblichenen Marke Dual. „Was 'n das?“, fragen prompt die im Sternzeichen des iPhone Geborenen. Eltern und Omas , die mit ins Konzert durften, setzen darob gleich zu seligen Ausschweifungen an: Wie schön‘s damals doch war, als man selbst am Radio aufnahm, sich schwarz ärgerte, wenn der Moderator wieder reinquatschte… Die iKids haben natürlich längst auf Durchzug gestellt und halten ihre Smartphones im Anschlag, um wirklich jede Sekunde des Mark Forster-Konzerts digital zu bannen.

Apropos Omas , das sind natürlich heute keine Omas mehr, sondern Fiftysomethings, die wie Fourtysomethings aussehen, in Klamotten von Twentysomethings stecken und „Flash mich nochmal, als wär's das erste mal“ mitgrölen. Als wär‘s das tausendste Mal. Womit schon mal feststeht: Mark Forster ist so etwas wie das aktuelle Generationenprojekt im Deutschpoprap. Was er singt, verführt offenbar alterslos zum Mitsingen. Kein Wunder, dass so einer mit „Wir sind groß“ auch Lieferant des vorigen EM-Hits war. Selbst wenn man bei manchen Titeln und Textzeilen à la „Bauch sagt zu Kopf ja, doch Kopf sagt zu Bauch nein“ grübelt: Ist das jetzt Dada oder Gaga? Es kann ja nicht jeder ein Sprachvirtuose sein. Doch wie sein Kumpel Lukas Podolski auf'm Platz ist Forster im Konzert ein Schaffer. Der 32-Jährige aus dem pfälzischen Winnweiler bietet echt was für knapp 40 Euro Eintritt. Zwei Stunden ehrliche Mucke nämlich samt mitreißender Show inklusive Konfettisalven. Ohne Allüren aber. Starkult ist ihm fremd. Denn Forster, der wie einst Kalle Wirsch aus der Augsburger Puppenkiste über die Bühne hüpft, ist eins mit seinem Publikum. Ruft er „Arme hoch“, sind in der Saarlandhalle sofort 8000 Hände oben. Hat je ein Pfälzer so die Saarlandhalle gerockt? Sicher nicht. Ein Glück, dass der Sohn einer polnischen Mutter und eines deutschen Vaters die Idee mit dem Jurastudium schnell sein ließ. Es gäbe sonst einen Top-Entertainer weniger.

Schade nur, dass Forster auch live die Titel von seinen drei Alben quasi nie aus dem Drei-Minuten-Korsett rauslässt. Dabei bieten seine Songs musikalisch vielfältige Aromen. Uptempo und Soul, man hört vieles durch. Seine Sieben-Mann-Band strotzt vor Top-Musikern, die Bläser-Sektion ist Klasse. Es sind Könner an den Drums, der Gitarre, den Keyboards und sogar dem Hackbrett, die einfach auch mal Soli verdient hätten. Zumal jemand wie Forster, der auf Soundexpedition schon durch die halbe Welt tourte und etwa die Harlem Gospel Singers als Backgroundchor verpflichtete, sicher alles will, bloß keine Einförmigkeit. Aber vielleicht liegt genau darin ja auch das Entwicklungspotenzial, mit dem Mark Forster uns noch überraschen wird. Man darf sich darauf freuen. Bis dahin „Au revoir“.

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