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Marpinger rüstet George Clooney für seinen nächsten Film mit Autos aus



Marpingen. Einmal live dabei sein, wenn ein Hollywood-Film gedreht wird, auf Tuchfühlung mit den großen Stars gehen – das würden sicher viele gerne einmal erleben. Patrick Stoll aus Marpingen weiß, wie es ist, hinter den Kulissen eines Millionen- Projektes zu arbeiten. Bei dem Hollywood-Streifen „Operation Walküre“ (2007/ 2008) fungierte er als Berater für Tom Cruise. „Ich habe ihm erklärt, wie sich ein deutscher Soldat verhält“, sagt Stoll. Dass seine Firma „Military Film and Movie Service“ 2008 prompt für ein solches Filmprojekt gebucht wurde, überraschte den ehemaligen Fallschirmjäger der Bundeswehr. „Normalerweise fängt man mit kleinen Dokumentationen an.“ Doch für Patrick Stoll ging es sofort hinter die Kulissen von Hollywood und auf den roten Teppich. „Du kommst aus Marpingen, wohnst plötzlich im Ritz Carlton in Berlin und rennst mit Tom Cruise in der Stadt herum.“ Ob Stoll bald wieder an der Seite eines anderen Schauspielers durch Deutschlands Hauptstadt flaniert, ist noch ungewiss. Doch eines ist sicher: Hollywood hat sich erneut bei dem Karosserie- und Fahrzeugbaumeister gemeldet. Er soll historische Militärfahrzeuge für einen Film herrichten.

Zwei Fahrgestelle stehen derzeit in Stolls Werkstatt und werden von ihm bearbeitet. Er hat die alten Fahrwerke in Stuttgart und an der Nordsee abgeholt. „Ich habe nur Randinformationen, worum es in dem Film geht“, sagt Stoll. Hollywood ist verschwiegen, und in der Regel müssen alle beteiligten Firmen so genannte Geheimhaltungsverträge unterschreiben. Doch da George Clooney schon seit längerem in Berlin residiert, um dort sein neuestes Projekt „The Monuments Men“ zu verfilmen, ist nicht schwer zu erraten, wer hinter der Anfrage steht. Clooneys Film soll ein Weltkriegsdrama werden. Es geht darin um eine Gruppe von Kunsthistorikern und Kuratoren, die sich auf die Suche machen, um von den Nazis gestohlene Kunstwerke vor ihrer Zerstörung zu retten. „Der genaue Drehplan steht noch nicht, und ich weiß auch nicht, wie viele Fahrzeuge gebraucht werden“, sagt Stoll. Aus Erfahrung wisse er aber, dass von heute auf morgen ein Anruf kommen kann und es heißt, er solle 25 Fahrzeuge nach Berlin bringen.

Filmgeschäft ist nur Beiwerk

Kenntnis hat Patrick Stoll von einer Szene: Darin sollen sieben Schauspieler in einem/seinem Kübelwagen sitzen. Der Karosseriebauer konzentriert sich auf seine Arbeit für den Film. Ein großes Thema ist für ihn die Sicherheit. Zwar heiße es immer, alles müsse so billig wie möglich instand gesetzt werden. Doch darauf lasse er sich nicht ein. „Wenn einem Star in meinem Fahrzeug etwas passiert, meldet sich doch keiner mehr bei mir“, weiß Stoll. Während die Schauspieler Millionengagen bekommen, werde über eine Bremsdichtung für 25 Euro diskutiert. Für Patrick Stoll bedeutet ein Filmprojekt à la Hollywood nicht das Flanieren auf roten Teppichen, sondern konzentrierte Arbeit. Bei „Operation Walküre“ sei sechs Wochen lang ohne Pause gedreht worden. Zwölf-Stunden-Tage seien da das Minimum gewesen. Das Filmgeschäft ist für Patrick Stoll nur Beiwerk, an dem er sich keine goldene Nase verdiene. „Ich restauriere nicht nur Militärfahrzeuge“, betont er. Hauptsächlich setze er alte Volkswagen für Kunden weltweit instand. Ungefähr mit 16 Jahren begann Stoll, sich für das Militär zu interessieren. Soldaten waren für ihn Vorbilder, auch sein Großvater hatte im Krieg gedient.

Zwölf Jahre lang war Stoll selbst als Fallschirmjäger bei der Bundeswehr im Einsatz. Heute setzt er seine Erfahrungen als Berater für Filmproduktionen ein und restauriert als Karosseriebauer Militärfahrzeuge aus dem Ersten und Zweiten Weltkrieg. Leute, die sich ernsthaft mit diesen Themen beschäftigen, kennen sich untereinander, berichtet Stoll. Es fänden auch regelmäßig Militärfahrzeug- Treffen statt. „Jeder wünscht sich, dass sein Kübelwagen oder Motorrad mal in einem Film zu sehen ist“, weiß Stoll. Er kam inzwischen schon mehrmals in diesen Genuss. Und bald wird wohl auch George Clooney oder Matt Damon in einem seiner Fahrzeuge Platz nehmen. Gibt es für den Saarländer denn einen Wunschfilm, bei dem er gerne einmal mitmachen würde? „Bei einem Wikingerfilm“, sagt Stoll spontan und lächelt.
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