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Massaria-Pilz bedroht die Platanen: Stadt Saarbrücken lässt 2300 Bäume auf Befall untersuchen und behandeln

Wer aufmerksam durch die Landeshauptstadt geht, konnte in den letzten Tagen „Baumdoktoren“ beim Pflegen der großen ahornblättrigen Platanen in der City beobachten. Die drei Kletterer des Herrensohrer Unternehmens „Baum Total“ steigen im Auftrag der Stadt in die Kronen der bis zu 30 Meter hohen Bäume , um nach einem Pilz namens Massaria Ausschau zu halten. Er zersetzt das Holz an den befallenen Stellen innerhalb von Monaten, so dass die Gefahr besteht, dass tote Teile abbrechen. Früher befiel die – bekannte – Krankheit nur Ästchen, heute auch 15 Zentimeter dicke Äste. Da die Städte die Verkehrssicherungspflicht haben, müssen sie reagieren, vor allem mit kürzeren Intervallen bei den ohnehin stattfindenden Baumkontrollen.

Ein kranker Ast, so erklärt Firmenchef Bennet Mohr, sei an der Rinde erkennbar, sie verfärbe sich ins Rosarötliche. Das Tückische sei, dass diese Veränderungen sich nur oben auf den Ästen zeigten, bei einer Sicherheitsschau vom Boden aus also nicht zu sehen seien. Mohr und seine Mitarbeiter müssen also jeden Baum per Hubsteiger, Leiter oder durch Erklettern in Augenschein nehmen. Ist ein Ast befallen, wird er abgeschnitten; Platanen gelten als „schnittverträglich“ und wachsen nach der Operation normal und gesund weiter.

Die Platane ist der am meisten verbreitete Saarbrücker Stadtbaum. Nach Auskunft von Volkmar Schulz vom Amt für Stadtgrün stehen hier 3300 Exemplare. Davon würden 1000 regelmäßig kurz gehalten (etwa in der Bahnhofstraße), seien also quasi unter Dauerbeobachtung und unkritisch, was den Pilz betrifft. Die restlichen 2300 würden nun nach und nach alle auf Massaria kontrolliert und nötigenfalls beschnitten. Man untersuche zunächst die Bäume an den belebten und verkehrsreichen Standorten und arbeite sich dann in den nächsten zwei bis drei Jahren mit abnehmender Relevanz zu den letzten Exemplaren vor. Was man bisher wisse: Einzelne Bäume seien weniger anfällig als dicht stehende. Nach Worten von Mohr habe man bereits 105 große Platanen gesichtet, etwa 50 bis 60 Prozent seien vom Pilz befallen gewesen und durch Rückschnitte sicher gemacht. Wie Volkmar Schulz erläuterte, versuche man die Eingriffe so gering wie möglich zu halten, man wolle „nicht in Hektik und Hysterie verfallen“. Der Massaria-Befall führt übrigens zu hohen Kosten. Der durchschnittliche Arbeitsaufwand je Baum wird mit 150 Euro angegeben, macht insgesamt also 355 000 Euro.
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