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"Masterplan Licht": So will Saarbrücken sich besser in Szene setzen

  Jetzt nach Weihnachten werden die Tage zwar länger und heller, abends kommt es einem in der Stadt aber plötzlich dunkler vor. Denn etwas fehlt: Der weihnachtliche Lichterschmuck, der die Saarbrücker und ihre Besucher wochenlang bezauberte, wird abgebaut. Der Lichterglanz machte uns deutlich, dass öffentliche Beleuchtung nicht nur für Sicherheit sorgen, sondern auch das Wohlgefühl in der nächtlichen Stadt beeinflussen kann. Städte setzen deshalb gern wichtige, schöne oder interessante Gebäude mit sogenannter Effektbeleuchtung in Szene. „Beispiele in Saarbrücken sind das Rathaus St. Johann, die Ludwigskirche, das Rathaus Dudweiler, die Sandsteinbrücke am Ludwigskreisel“, teilt Stadtpressesprecher Thomas Blug mit. Auch das Schloss gehört dazu und neuerdings der Schornstein des Heizkraftwerks Römerbrücke. Wie viele Gebäude es insgesamt sind, kann Blug nicht sagen, denn nicht bei allen übernimmt die Stadt die Beleuchtung. Könnte sie nicht noch ein wenig mehr machen? Teuer, beim Schornstein etwa eine Summe im fünfstelligen Bereich, sind die Anschaffungskosten für die Lichttechnik, nicht für den Verbrauch. „Die Kosten dafür sind marginal“, betont auch Blug.

Schauen wir nach Metz, könnten wir neidisch werden. 75 Bauwerke illuminiert dort die Stadtverwaltung, sagt Agnés Tilly, Leiterin des Amts für öffentliche Beleuchtung. Dazu gehören 17 Kirchen von der Synagoge bis zur Kathedrale. Darüber hinaus beleuchte man mehr als vier historische Stadttore, ein Dutzend Statuen, etliche Uhren, die Uferpassagen der Mosel vom Hafen bis zur Stadtmitte und lasse drei Brücken von unten grün schillern. Und das ist längst noch nicht alles. Hinzu kommen das Centre Pompidou und unzählige Bauwerke, die andere Verwaltungen oder auch Private aus dem Dunkel herausheben.

Und nicht nur bei Sehenswürdigkeiten setzt Metz auf Beleuchtung, um die „Identität und die Attraktivität der Stadt“ zu stärken. Seit 2013 hat die Stadt einen sogenannten „Masterplan Licht“, der ästhetisch wie technisch Leitlinien und Ziele formuliert, wie Metz mit öffentlicher Beleuchtung verfahren will. Darin steht etwa, dass die Verwaltung in den historisch bedeutsamen Vierteln die Modelle, das Anbringen und die Lichtfarbe der Lampen auf die jeweilige Bauepoche der Häuser abstimmen will. „Wir haben in Metz zurzeit über 200 verschiedene Lampentypen, deshalb geht es eher darum, diese Vielfalt zu reduzieren“, erklärt Tilly. Dennoch begegnen die Bürger in Neubauvierteln oft ganz neuen Lampenmodellen, mit einer hohen Lampe für die Straße und einer niedrigen für den Bürgersteig. „Wir wollen nicht mehr beleuchten, denn insgesamt ist es in Metz viel zu hell, wir wollen ‚richtiger' beleuchten“, betont Tilly. Das heiße, angemessener, genauer und ohne dass Licht abstrahlt, wo es nicht gebraucht wird. Dabei geht es um Umweltschutz, aber auch ums Energiesparen. „Wir haben uns vorgenommen, den Energieverbrauch im Vergleich zu vor zehn Jahren um 20 Prozent zu senken, 12 Prozent haben wir schon erreicht“, erklärt die Beleuchtungsexpertin.

Wobei der Gesamtverbrauch mit 12,9 Gigawattstunden pro Jahr fast gleich geblieben ist, was sich dadurch erkläre, dass seit 2008 viele neue Straßen und Stadtviertel entstanden seien. Die Stadt Metz ersetzt jedes Jahr drei Prozent ihrer Lampen durch neue, über drei Viertel sind Natriumlampen. Doch 2014 hat sie auch 160 LED-Leuchten angeschafft, die gegenüber den gelben Natriumlampen unter anderem den Vorteil haben, dass man ihre Lichtfarbe verändern und bei Fußgängern für mehr Wohlgefühl sorgen kann. In Metz legt man eben auf Licht als Gestaltungsmittel großen Wert.

Die Stadt Saarbrücken will sich nach Angaben von Thomas Blug vorerst weiterhin auf Natriumlampen beschränken und mit der Anschaffung von teuren LED aus Kostengründen noch warten. Denn deren Preise sollen Experten zufolge in den kommenden Jahren rasant fallen. Dass die Verwaltung mit Licht nicht nur beleuchten, sondern auch gestalten kann, wird aber in Saarbrücken wohl künftig auch eine größere Rolle spielen. „Wir sind momentan dabei, einen ‚Masterplan Licht' zu erstellen“, berichtet Blug.  
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